Ein Stecker für alles: USB-Typ-C oder USB-C ist an sich eine klasse Idee. Denn der Stecker ist verdrehsicher. Falsches Einstecken oder Gefummel am Gerät gehört der Vergangenheit an. Dann ist aber schon Schluss mit einfach. Denn der Stecker ist das einzige Element, das wirklich standardisiert ist.
Was dahinter passiert, ist im Moment geradezu chaotisch. Der Grund: Die für USB-Standards zuständige Stelle – das USB Implementers Forum (IF) – hat verwirrend viele Optionen zur Wahl gelassen. So kann USB Typ C alles sein – USB 2.0, 3.0 oder 3.1 in den beiden Varianten Generation 1 und 2. Das lässt eine Spanne beim Datentempo von 480 MBit/s bis zu 10 GBit/s zu.
Dazu kommen verschiedene Lade-und Videostandards. Denn möglich sind neben
Aufgrund der vielen Möglichkeiten der Buchse lassen die Hersteller andere Schnittstellen am Gerät vielfach weg. Wollen Sie nun eine externe Festplatte, ein Display oder einen USB-Stick an das Mobilgerät anschließen, kommen Sie um eine Adapter-Lösung, spezielle Kabel oder Dockingstationen nicht herum. Damit auch in diesem Punkt nichts schiefläuft, erklären wir, wie Sie clevere Helfer erkennen, die ihr Geld wirklich wert sind. Und natürlich solche identifizieren, die Sie getrost links liegen lassen können.
USB-Typ-C-Variante des Geräts herausfinden
Sie haben bereits einen Mobilrechner mit USB-Typ-C-Buchse gekauft, sind sich aber nicht sicher, welchen Funktionsumfang der Stecker mitbringt. Um das herauszufinden, ist die erste Anlaufstelle das Handbuch oder das technische Datenblatt. Momentan halten sich die Gerätehersteller jedoch oft zurück mit konkreten Angaben. Meist finden Sie dort nur Allgemeines wie „USB Typ C mit Ladefunktion“. Auch der Anschluss selbst gibt wenig Aufschluss. Meist fehlt eine Beschriftung oder ein beschreibendes Symbol. Wollen Sie die unterstützte Spezifikation herausfinden, hilft der Geräte-Manager von Windows weiter. Sie rufen ihn unter Windows 10 über einen Rechtsklick auf das Windows-Symbol und dann auf „Geräte-Manager“ auf.
Suchen Sie dort nach „USB-Controller“ und klicken Sie auf den Pfeil, um sich alle USB-Geräte auflisten zu lassen. In der Regel finden Sie eine Angabe zum verbauten Controller-Chip – etwa „Intel USB 3.0 eXtensible-Hostcontroller“ oder „ASMedia ASM1142 USB 3.1 xHCI Controller“. Beide Angaben geben einen Hinweis auf die tatsächliche Tempoleistung der Schnittstelle. Ersterer ist auf die Spezifikation von USB 3.0 beschränkt, die theoretisch maximal 4,8 GBit/s erreicht und auch unter der Bezeichnung USB 3.1 (Gen 1) zu finden ist. Der Controller-Chip von Asmedia wird mit dem Zusatz „USB 3.1“ näher beschrieben. Suchen Sie im Internet nach der Bezeichnung, finden Sie im Gegensatz zum Intel-Controller die Angabe, dass der Chip auf der aktuellen Version des USB-Standards basiert und mit 10 GBit/s auf die volle Datengeschwindigkeit ausgelegt ist.
Auswahl: Geräte mit USB-Typ-C-Schnittstelle | ||
Bezeichnung | Gerätetyp | Details zu Typ C |
| Notebook | USB 3.1 (Gen. 1), DP Alt Mode |
Dell XPS 13 | Notebook | Thunderbolt: alle Funktionen |
Google Pixel C | Tablet | USB-2.0-Tempo |
HP Spectre 13 | Notebook | Thunderbolt: alle Funktionen |
HTC 10 | Smartphone | USB 3.1 (Gen 1) |
Huawei P9 | Smartphone | USB-2.0-Tempo |
Huawei Nexus 6P | Smartphone | USB-2.0-Tempo |
Lenovo Thinkpad X1 Tablet | Tablet | Laden bis 45 W, DP Alt Mode |
LG G5 | Smartphone | USB-2.0-Tempo |
LG Nexus 5X | Smartphone | USB-2.0-Tempo |
Microsoft Lumia 950 (XL) | Smartphone | USB 3.1 (Gen 1) |
Oneplus 2 | Smartphone | USB-2.0-Tempo |
Samsung Galaxy Note 7 | Smartphone | USB 3.1 (k. A. zu Gen 1, 2) |
In manchen Fällen wird der verbaute Controller-Chip erst aktiv, wenn Sie ihn direkt ansprechen – sprich, wenn ein Gerät angeschlossen ist. Stecken Sie etwa einen USB-Typ-C-Stick – beispielsweise den Dual-Stick Roma von Adam Elements – in die Buchse, taucht im Geräte-Manager unter „USB-Controller“ nun der Hostcontroller auf – etwa „Intel USB 3.1 eXtensible Hostcontroller – 1.0 (Microsoft)“. Klicken Sie doppelt darauf und suchen unter „Details“ nach der Hardware-ID, finden Sie die Geräte-Nummer – in diesem Fall „15B5“. Die Internetsuche ergibt, dass es sich um den Alpine-Ridge-USB-3.1-Controller von Intel mit voller Thunderbolt-Funktion handelt.
USB-Typ-C-Buchsen dieses Typs sind am einfachsten zu identifizieren. Denn sie sind meist mit einem Blitzsymbol am Port gekennzeichnet. Selbst wenn dieser nicht vorhanden ist, lässt sich die Schnittstelle flott nachweisen, da mit ihr stets ein Programm auf dem Rechner aufgespielt ist, das Sie zwar nicht bedienen können, aber die Schnittstelle steuert. Wenn Sie ins Windows-Suchfeld „Thunderbolt“ eingeben, wird Ihnen die Desktop-App angezeigt. Damit können Sie sicher sein, dass bei Ihnen eine Thunderbolt-Buchse eingebaut ist.
Kompliziert: Ladetempo über USB Typ C
Die Universalschnittstelle USB Typ C übernimmt nicht nur den Datenverkehr, sondern versorgt auch angeschlossene Geräte mit Energie. Die Spezifikation erlaubt maximal 3 Ampere bei 5 Volt. Das ergibt eine Leistung von bis zu 15 Watt. Daneben gibt es auch ein vereinfachtes Verfahren für bis zu 7,5 Watt. Der Unterschied: Die höhere Ladeleistung setzt aktive Kabel voraus, während die niedrigere auch mit normalen Kabeln funktioniert. Wollen Sie mehrere Geräte an ein Ladegerät hängen, achten Sie darauf, dass es die Spezifikation einhält – wie etwa der Choetech Multi-Port USB-Charger für rund 26 Euro. Er bietet Platz für zwei USB-C-und vier USB-A-Geräte und soll die angeschlossenen Geräte erst identifizieren, um sie dann mit der idealen Ladestärke zu versorgen.
Ein weiterer Punkt ist interessant: Laut Berichten im Internet kann es zu Konflikten zwischen USB C und der Schnellladefunktion Qualcomm Quick Charge kommen. Sie ist in hochpreisigen Smartphones wie etwa dem HTC 10 eingebaut und soll mit Drittanbieterzubehör die Spezifikation überschreiten. Um
Gleichzeitig ist die Schnittstelle darauf ausgelegt, die zusätzliche Spezifikation „USB
Die beteiligten Geräte handeln untereinander aus, wie viel Strom über die Verbindung laufen soll. Dazu sind spezielle Kabel mit integrierten Chips erforderlich. Der Host liefert dem Verbraucher die möglichen Spannungs-und Stromwerte, aus denen der Client das passende Profil auswählt. Ziel ist, die ideale Strommenge zur Verfügung zu stellen, um Ladezeiten möglichst kurz zu halten. Ist die USB-Typ-C-Schnittstelle auf PD ausgelegt, findet sich ein „P“ als Symbol neben dem Port.