Near Field Communication, kurz NFC, ist ein Kurzstreckenfunk auf der Frequenz 13,56 MHz. Die preiswerte Nahfeldkommunikation hat, je nach Chipsorte, sehr geringe Datenraten von 106, 212 oder 424 Kilobit pro Sekunde, einen kleinen Speicher und eine sehr geringe Reichweite von ein bis vier Zentimetern. Also müssen sich zwei NFC-Partner schon fast direkt berühren, damit sie Daten austauschen können. Einige NFC-Chipsorten können auch Daten verschlüsseln.
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Mit NFC via Handy bezahlen
Just wegen dieser Eigenschaften hat man das sichere Bezahlen mittels NFC-Handy oder NFC-Plastikkarte, neudeutsch Mobile Wallet, zunächst als Hauptanwendung für NFC gesehen. Der Charme von NFC liegt, neben sehr geringen Kosten, in der einfachen Bedienbarkeit für den User: Er muss nur kurz das NFC-Handy oder die NFC-Karte an die NFC-Kasse halten und schon ist der Zahlungsvorgang fertig, auf neudeutsch: Tap & Pay, oder One-Touch-Pay.
Es gibt rund um den Globus schon seit 2006 etliche interessante NFC-Projekte. Der flächendeckende Take-Off einer derart neuen Bezahl-Infrastruktur dauert allerdings Monate und Jahre. Hinter dem trivialen NFC-Bezahlen verbirgt sich nämlich ein komplexer Kreislauf, bei dem Banken, Kreditkarten-Institute, Handy-Hersteller, Mobilfunk-Provider, Secure-SIM-Karten-Hersteller, App-Entwickler, sowie möglichst viele NFC-Akzeptanz-Stellen in möglichst vielen Kaufhäusern, Restaurants, Cafés, Taxen, Tankstellen, Buslinien und Bahnbetrieben zusammenspielen müssen. Außerdem ist es erfolgskritisch, dass auch der Handy-User das neue NFC-Verfahren akzeptieren und eventuelle
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Peripherie-Geräte mit NFC koppeln
Derweil haben sich viel simplere Anwendungen für NFC ergeben: Etwa Tap & Print, sprich Dranhalten & Drucken, direkt vom
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Allerdings liegen die meisten Druck-, Musik- und Foto-Dateien heutzutage im ein- bis zweistelligen Megabyte-Bereich, und zwar pro Datei, nicht für die ganze Kollektion. Wie soll man das per NFC mit seinen 106, 212 oder 424 Kilobyte pro Sekunde (Kbps) in zumutbarer Kürze übertragen? Der Trick: Bei daten-intensiven Anwendungen initiiert NFC nur die Einschaltung und Kopplung von vielfach schnelleren Funkdiensten wie Bluetooth oder WLAN, die dann den weiteren Job übernehmen, ähnlich wie der Anlasser am Ottomotor. Dabei reicht es, wenn nur eines von zwei NFC-Teilen,nämlich der aktive Kommunikations-Initiator, etwa ein
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