Was sollen sie nicht alles können: Lebensmittel wie Nudeln oder Plätzchen drucken, Ü-Ei-Figuren kopieren oder sogar künstliche Organe zusammenpappen. 3D-Drucker gehören derzeit in die IT-Medien wie die digitale Transformation, Big Data, Industrie 4.0 – also alles, was irgendwie zu Cloud passt.
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Staatliche Förderung, so das Zauberwort, macht aus jedem lahmen Gaul ein Rennpferd. Dabei gab es diese Drucker schon im letzten Jahrtausend. Doch dank des Hypes um sie sind sie in Billigmärkten und bei Versendern für den Privatgebrauch erhältlich, samt passender einfarbiger Plastikmasse. Hurra, ein Trend!
In Medien, die sich unter anderem mit dem geheimen US-Projekt zum Warp-Antrieb – die Älteren erinnern sich – beschäftigen, finden sich täglich neue Sensationsmeldungen, wozu 3D-Drucker gut sind: Von Implantaten, Schnellfeuerwaffen über Zellgewebe bis zum Raketenantrieb sollen die Teile fix und fertig aus der Kiste kommen. Womöglich noch über eine Windows-Kachel gesteuert oder per Handy-App.
Ist es also gar nicht mehr so abwegig, in Zukunft die Pizza zu drucken statt zu backen? Doch langsam: Der Privatanwender wird sich wohl noch eine Zeit lang mit Schlüsselanhängern und dem Konterfei in Schachfigurengröße begnügen müssen.
Richtig ernsthaft wird für Architektur, Design und Konstruktion drei-dimensional gedruckt, so wie bisher aus Holz, Gips oder Pappmaché gebaut und modelliert wurde und wird. Im Einsatz für die Zahnmedizin, im Werkzeugbau oder Modellbau liegt der wahre Markt für 3D-Druck. Ingenieurbüros, Designer und die Entwicklungsabteilungen der Industrie profitieren von der schnellen Umsetzung digitaler Konstruktionen in die "greifbare" Welt. Spezialisten bieten bereits das Outsourcing der komplexen Drucktechnologie an.
Ob es mehr wird als nur ein Nischenmarkt, bleibt abzuwarten. Zumindest scheint der prophezeite Boom im Endkundenbereich erst mal eine Pause zu machen. Die Nachfrage hier ist verglichen mit dem Hype doch sehr enttäuschend.
Mein Fazit: Der Durchbruch kommt meiner Meinung erst mit den passenden Materialien und Druckern für Metall, Zement sowie für organische oder etwa recycelte Stoffe. Für Privatkunden wird 3D noch lange im Bastelbereich dümpeln.
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