Seit Gerhard Schulz Mitte 2013 von der Deutschlandspitze als Senior Executive Vice President und President Europe bei Ingram Micro in die Europaebene gewechselt ist, hat er die Europastrukturen des Distributors ordentlich umgekrempelt.
Ein Kernstück der Umstrukturierung war die Abschaffung der Europazentrale: "Stand 31.12.2014 ist das Headquarter in Belgien aufgelöst", erklärt der Europachef. Die neue Struktur funktioniere "recht gut". Laut Schulz hat alleine die Abschaffung des Headquarters eine Einsparung in zweistelliger Millionenhöhe gebracht.
Seit gut einem Jahr arbeitet Ingram nun daran, die Aufgaben neu zu verteilen: An Stelle der alten Europazentrale ist nun ein dezentrales Modell getreten. So sind zentrale Funktionen in verschiedene Kompetenz-Center, die in unterschiedlichen europäischen Ländern oder global angesiedelt sind, transferiert worden und werden nun von dort aus koordiniert. Beispiele sind hierfür das Shared Services Centers im bulgarischen Sofia oder Finance-Funktionen in den Niederlanden. Das Value-Geschäft wird aus der Deutschlandniederlassung in Dornach gesteuert.
Schreibtische stehen in Dornach
Durch die neuesten Umstrukturierungen des deutschen und europäischen Managements gewinnt Dornach zudem an Bedeutung: Mit Robert Beck, vormals Volume-Chef in Deutschland, und Renke Krüger, bisher Director Peripherals, wechseln zwei deutsche Manager in die Europaebene. Beck wird Vice President Purchasing Europe, die neue Position Krügers wird laut Schulz "noch diskutiert", es soll aber eine "wichtige Funktion" werden. Rund ein Viertel des Einkaufs wird bei Ingram für Europa bereits zentral abgewickelt, mit zunehmender Tendenz. Zusammen mit dem Europalager in Straubing sind so wichtige Funktionen hierzulande verortet, denn Schreibtische der beiden Manager wie auch der des Europachefs stehen in Dornach.
Dass Schulz nun nicht mehr nach Belgien pendeln muss, ist für ihn ein angenehmer Nebeneffekt, denn er gerne einräumt. Der ausschlaggebende Grund für die Umstrukturierung war das sicher nicht.