Leader, Manager oder Fachexperte mit Führungsaufgaben?

03.07.2007
Von dr. georg
Jedes Unternehmen benötigt neben Leadern auch Manager - und Experten, die neben Fach- auch Führungsaufgaben wahrnehmen. Letztlich vereinigt jede gute Führungskraft alle drei genannten Rollen in sich.

"Leicht gesagt. Aber dafür fehlt mir schlicht die Zeit." Dies erwidern Führungskräfte oft, wenn man zu ihnen sagt: "Leute, ihr müsst euch stärker um eure Mitarbeiter kümmern." Diese Klage hat ihre Wurzel teilweise darin, dass sich manch Führungskraft ihrer Kernaufgabe nicht ausreichend bewusst ist: nämlich dafür zu sorgen, dass ihr Bereich die geforderte Leistung erbringt.

Hinzu kommen jedoch organisationale Gründe, warum Führungskräften heute zuweilen die nötige Zeit zum Führen ihrer Mitarbeiter fehlt. In zahlreichen Unternehmen wurde in den zurückliegenden Jahren in großem Umfang Personal abgebaut. Auch viele Fachkräfte wurden entlassen - teils sogar ganze Fachabteilungen aufgelöst. Deshalb fehlen manchmal die erforderlichen Spezialisten, an die Führungskräfte (komplexe) Fachaufgaben delegieren können. Zudem wurden in vielen Firmen ganze Hierarchie- beziehungsweise Führungsebenen gestrichen. Dadurch haben sich die Führungsspannen erhöht. Das heißt, die Führungskräfte müssen mehr Mitarbeiter "betreuen".

Weniger Zeit für Führung, aber mehr Bedarf

Dies erweist sich im Betriebsalltag zuweilen als kontraproduktiv. Denn eigentlich müssten die Führungskräfte heute mehr Zeit als früher aufs Führen ihrer Mitarbeiter verwenden, weil sich die Strategien der Unternehmen immer schneller ändern. Sie müssten ihnen zum Beispiel erläutern, - warum künftig bestimmte Aufgaben anders als bisher zu erfüllen sind und - warum für ihre Arbeit fortan andere Qualitätsmaßstäbe gelten.

Sie müssten aber auch mit ihren Mitarbeitern erarbeiten, wie sie neue Anforderungen erfüllen können, damit sie die gewünschte und benötigte Orientierung im Alltag haben.

Dass ihren Führungskräften hierfür oft die Zeit fehlt, das haben viele Unternehmen erkannt. Deshalb fordern sie zum Beispiel: Unsere Mitarbeiter müssen eigenständiger und eigenverantwortlicher handeln. Übersetzt heißt dies: Sie sollen seltener bei ihren Führungskräften auf der Matte stehen, wenn sie zum Beispiel vor neuen Aufgaben stehen. Sie sollen vielmehr selbst überlegen, welches Verhalten oder Vorgehen angebracht wäre, und die erforderlichen Entscheidungen treffen.

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