TK-Distribution mit UCC-Kompetenz
Navigatoren im Pandemiesturm
Datum:12.04.2021
Autor(en):Armin Weiler
Die Telekommunikationsspezialisten unter den Distributoren habe den durch die Corona-Pandemie
bedingten Wandel in der Geschäftskundenkommunikation miterlebt und mitgestaltet. Und
ihre UCC-Expertise wird weiterhin gefragt sein.Die Kommunikation im Business-Umfeld hat sich durch die Corona-Pandemie nachhaltig verändert. Mitarbeiter und Unternehmen standen von heute auf morgen vor der Herausforderung, auch im Homeoffice miteinander Kontakt zu halten und weiterhin produktiv zu arbeiten.
Mitten im Pandemiesturm navigieren die Distributoren zwischen den Untiefen mangelnder
Verfügbarkeit, Lieferengpässen, Logistikproblemen und Preisschwankungen.
Foto: ID-VIDEO - shutterstock.com
So ist es wenig verwunderlich, dass der Bedarf nach Videokonferenzlösungen samt entsprechendem Zubehör immens gestiegen ist. Der Nachfragesturm hat sich zwar etwas abgeschwächt, aber abgeebbt ist er noch lange nicht. Und mitten im Sturm navigieren die Distributoren zwischen den Untiefen mangelnder Verfügbarkeit, Lieferengpässen, Logistikproblemen und Preisschwankungen.
Die TK-Distribution hat ihren Teil dazu beigetragen, Lieferketten aufrecht zu erhalten und die Fachhandelspartner mit Ware zu versorgen. "Es ist kein Geheimnis, wenn ich verrate, dass bei Allnet alle Lösungen von AudioCodes, Jabra, Plusonic und Yealink rund ums Homeoffice und Microsoft Teams, Garanten für unseren Erfolg waren und immer noch sind", verrät Franjo Vukoja, Director Business Unit UCC bei dem Germeringer TK-Gossisten. Auch bei Ingram Micro waren Homeoffice-Produkte wie Headsets, Webcams und Video-Cloud-Produkte wie Teams, Bluejeans oder Cisco Webex besonders gefragt, berichtet David Balzer, Senior Manager Unified Communications & Collaboration and Infrastructure bei den Dornachern.
„Der Markt hat im letzten Jahr pandemiebedingt alles förmlich verschlungen“, Franjo
Vukoja, Director Business Unit UCC bei Allnet
Foto: Allnet
Für Oliver Hemann, Vorstand bei Michael Telecom, zählten neben den bereits genannten Produkten auch VPN-Lösungen und UCC/CTI-Software zu den "Highrunnern". "Cloudtelefonie und die damit verbundene benötigte Bandbreitenerhöhung sind hier zum Beispiel gefragte Lösungen", ergänzt Rainer Büter, Leiter BU Home Communications bei Eno.
„Cloudtelefonie und die damit verbundene Bandbreitenerhöhung sind gefragte Lösungen“,
Rainer Büter, Leiter BU Home Communications bei Eno
Foto: Eno
Offen für die Digitalisierung
Nach einem Jahr Pandemie ist nichts mehr, wie es war. ""Die damit verbundenen Einschränkungen sind sowohl für unsere Partner als auch für unsere Unternehmensgruppe deutlich spürbar und eine große Herausforderung", erzählt Komsa-Vertriebsvorstand Steffen Ebner. Er sieht aber auch die Vorteile in Form von neuen Geschäftsansätzen, der gesteigerten Nachfrage und einer "ganz neuen Offenheit" für die Digitalisierung von Unternehmenskommunikation und -prozessen.
„Es gibt eine ganz neue Offenheit für die Digitalisierung der Unternehmenskommunikation“,
Steffen Ebner, Vertriebsvorstand bei Komsa
Foto: Komsa
Karl-Heinz Schoo, Head of BU UCC bei Also verzeichnet "sehr starke Veränderungen" im Kommunikationsverhalten: "Die Pandemievorgaben haben uns alle weg von Präsenzmeetings, hin zu Online-Meetings gebracht. Viele Menschen waren positiv überrascht, wie gut eine Zusammenarbeit über diese Wege funktioniert", stellt er fest. Auch Andreas Gruber, Senior Manager Cisco bei Ingram Micro, spricht von einem "Digitalisierungsschub" in der Kommunikation. "Die Videokonferenz war zwar vor der Pandemie bereits eine Option, jedoch eine, die oft nur widerwillig genutzt wurde", meint er. Inzwischen seien sie aber Norm und es bleiben kaum mehr Kameras bei Konferenzteilnehmern aus.
„Viele Menschen waren positiv überrascht, wie gut eine Zusammenarbeit über Online-Meetings
funktioniert“, Karl-Heinz Schoo, Head of BU UCC bei Also
Foto: Also
So wird nach der Pandemie vieles bleiben und den UCC-Spezialisten unter den Distributoren wird die Arbeit nicht ausgehen. "Die meisten Kundentermine finden jetzt per Video statt, das wird auch nach der Pandemie so bleiben", prognostiziert Christian List, Business Unit Director Maverick bei Tech Data. Natürlich werde es nach Corona wieder verstärkt persönliche Meetings geben. "Sie werden aber auf wenige und wichtige Termine beschränkt sein, speziell wenn ein langer Anreiseweg notwendig ist", glaubt er.
„Die meisten Kundentermine finden jetzt per Video statt, das wird auch nach der Pandemie
so bleiben“, Christian List, Business Unit Director Maverick bei Tech Data
Foto: Tech Data
Vorbereitung für hybride Arbeitsstrukturen
Nun könnte man annehmen, dass durch die breite Homeoffice-Tätigkeit die Nachfrage nach stationären Konferenzraumlösungen nachgelassen hat. Hier zeichnen die Distributoren ein unterschiedliches Bild. So hat sich der Markt laut Christian List bei Tech Data "erstaunlich gut" entwickelt. Er führt dies darauf zurück, dass Firmen vorausschauend die Zeit nutzen, um ihre Meeting-Räume videofähig zu machen. "Viele Unternehmen bereiten sich jetzt auf das hybride Arbeiten vor, das natürlich nur funktioniert, wenn sowohl im Büro als auch zuhause die technischen Voraussetzungen gegeben sind", erklärt List.
Eine der Pandemieauswirkungen ist die Vermeidung von Geschäftsreisen. Nicht alle Meetings und Konferenzen werden dann per Einzelplatzlösung abgehalten. Gerade bei geschäftskritischen Treffen vertrauen die Protagonisten professionellen Konferenzraumlösungen, zumal immer wieder Berichte über Sicherheitslecks bei diversen Meeting-Plattformen aufgetaucht sind. "Der Produktbereich ist auch sehr stark gestiegen und Geschäftstermine werden deutlich öfter per Videokonferenz durchgeführt", weiß Michael-Telecom-Vorstand Hemann.
„Geschäftstermine werden deutlich öfter per Videokonferenz durchgeführt“, Oliver Hemann,
Vorstand bei Michael Telecom
Foto: Michael Telecom
Franjo Vukoja von Allnet sieht ebenfalls keine Einschränkungen: "Von BYOD-Konferenzsystemen die plattformunabhängig nutzbar waren über Huddleroom-Lösungen bis zu den großen Video-Raumsystemen, der Markt hat im letzten Jahr pandemiebedingt alles förmlich verschlungen!" Für Ingram-Manager Balzer gibt es hingegen Unterschiede beim Umfang der stationären Lösungen: "Die Nachfrage nach großen stationären Konferenzlösungen stagniert, stattdessen sind platzsparende, persönliche und mobile Konferenzlösungen wie etwa Poly Studio und Jabra Panacast in den Fokus gerückt", differenziert er. Außerdem verbreiten sich ihm zufolge professioneller Videokameras: "Während eingebaute Lösungen im Notebook bisher der Standard waren, haben sich nun viele mit höherwertigen Produkten eingedeckt", berichtet er.
Im Bereich Collaboration sieht so Komsa-Vertriebschef Ebner eher eine Entwicklung bei Microsoft Teams und Zoom. "Klassische Videokonferenzen via IP/SIP verlieren an Relevanz, da gerade Server-Hardware und Lizenzen für große Konferenzen mit mehreren Standorten mitunter einige Kosten verursachen und wartungsintensiv sind", erläutert er. Mit der Nutzung von Cloud-Plattformen haben Unternehmen definierte monatliche Lizenzkosten, keine zusätzlichen Hardware-Kosten und können ressourcenschonend arbeiten. "Die Unternehmen gehen hier zwei unterschiedliche Wege. Die einen legen sich auf einen Videoanbieter wie Teams oder Zoom fest, die anderen hingegen legen Wert auf maximale Flexibilität", bemerkt Ebner. So komme von den Komsa-Handelspartnern ein "eindeutiger Trend" hin zu kleineren Plug & Play USB-Produkten.
“Covid-19 hat zu einem Digitalisierungsschub in der Kommunikation geführt“, Andreas
Gruber, Senior Manager Cisco bei Ingram Micro
Foto: Ingram Micro
Trusted Advisor für Systemhäuser
Bei der Vielzahl an mobilen und stationären Lösungen benötigen System- und Fachhandelshäuser die Unterstützung der spezialisierten Distributoren. "Viele Systemhäuser konnten die plötzlich hohe Nachfrage nach Schulungen nicht mehr bedienen, sodass auch unsere Consulting-services und Trainings für Endkunden sehr beliebt waren", erzählt David Balzer von Ingram Micro. Sein Kollege Andreas Gruber sieht sich in der Rolle des "Trusted Advisors", der ein abgestimmtes Serviceportfolio anbietet. Dazu gehören unter anderem die Ausarbeitung von angeboten für Ausschreibungen, Lizenzberatungen, Finanzierungslösungen, Zahlungszielanpassungen, Teststellungen sowie Post- und Presales-Unterstützung durch Technical- und Sales-Consultants.
"Viele Systemhäuser konnten die plötzlich hohe Nachfrage nach Schulungen nicht mehr
bedienen, sodass auch unsere Consulting-services und Trainings für Endkunden sehr
beliebt waren", David Balzer, Senior Manager Unified Communications & Collaboration
and Infrastructure bei Ingram Micro
Foto: Ingram Micro
Eno spricht man mit den Partnern "verstärkt" über neue Lösungswege sowie Vermarktungs- und Wachstumsmöglichkeiten: "Des Weiteren greifen wir auf das Know-how der Anbieter und Hersteller zurück und schaffen dort eine Verbindung, um den Austausch zu fördern", erläutert BU-Leiter Büter. Als Beispiel nennt er entsprechende Workshops im Rahmen des Eno-Campus. Bei Also setzt man neben den bereits genannten Unterstützungsmaßnahmen laut Karl-Heinz Schoo zusätzlich auf einen Online Shop mit Echtzeitabfrage der Warenverfügbarkeit und weitere E-Commerce-Tools, Projektunterstützung, maßgeschneiderte Fulfilment- und Finanzierungsdienstleistungen inklusive TÜV-zertifizierten Kreditmanagement sowie ein Bonusprogramm.
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