Uwe Ulbrich von Net at Work
"Made in Germany" ist in der IT-Security wieder ein Gütesiegel
Datum:12.08.2014
Autor(en):Regina Böckle
Die Net at Work GmbH zählt zu den wenigen deutschen Herstellern im Bereich E-Mail-Security.
Seit der NSA-Krise verzeichnet das Softwarehaus hohe Zuwachsraten – und trägt der
Nachfrage nach Verschlüsselungs-, AV- und Anti-Spam-Lösungen mit einem Partnerprogramm
Rechnung.Im Windschatten von PRISM und NSA-Krise boomt die Verschlüsselungsbranche - zumal dann, wenn die Produkte das Siegel "Made in Germany" tragen. Profitiert auch Net at Work von diesem Trend?
Uwe Ulbrich: Wir können uns über die aktuelle Marktentwicklung nicht beklagen: Im vergangenen
Geschäftsjahr konnten wir mit unseren Lösungen enQsig und NoSpamPoxy1 ein Umsatzwachstum von 67 Prozent verbuchen. Das Umsatzplus geht zum Teil natürlich
auf eigene Innovationen wie unsere neue Lösung zum Large File Transfer zurück. Zum
Teil wurde das Wachstum aber auch durch externe Impulse angestoßen: Die Snowden-Affäre2 hat viele Unternehmen dazu bewogen, die Themen Datenschutz3 und Verschlüsselung 4neu auf die Agenda zu nehmen oder höher zu priorisieren.
Der Heartbleed-Bug5 hat die Nachfrage nach unseren Produkten merkbar beflügelt, weil enQsig als eine
von wenigen Verschlüsselungslösungen nicht auf OpenSSL6 aufsetzt und deshalb auch nicht von der Sicherheitslücke betroffen war. Und dass
"Made in Germany" in der IT-Security7 wieder ein echtes Qualitätsprädikat ist, kommt uns ebenfalls sehr entgegen - zumal
wir als langjähriger Teletrust8- und De-Mail-Partner9 sehr gut in der deutschen Branche vernetzt sind.
Uwe Ulbrich, Geschäftsführer von NetatWork
Foto: NetatWork
Wie federn Sie die steigende Nachfrage im Vertrieb ab?
Ulbrich: Wir setzen seit Jahren sehr konsequent auf ein indirektes Vertriebsmodell. Aktuell
arbeiten wir in der DACH-Region erfolgreich mit rund 300 akkreditierten Partnern zusammen.
Das dichte Channel-Netz hat sich sehr bewährt, als es in den vergangenen Monaten darum
ging, trotz rasanter Zuwachsraten alle Kontakte effizient und kundenfreundlich abzuarbeiten
- ein flächendeckender Direktvertrieb oder die Zusammenarbeit mit Spezialdistributoren10 wären für uns als relativ kleinen Hersteller keine gangbare Alternative gewesen.
Im Moment stehen wir zusätzlich vor der spannenden Aufgabe, die kurzfristigen, externen
Impulse in nachhaltiges Wachstum für uns und unsere Partner umzumünzen. Dafür werden
wir definitiv mehr Integratoren brauchen.
[Hinweis auf Bildergalerie: Das kleine ABC der NSA-Affäre - ] gal1
Was tun Sie, um neue Partner zu überzeugen?
Ulbrich: Nachdem wir uns den Ausbau des Partnernetzes als vordringlichste Aufgabe für das Jahr
2014 auf die Fahnen geschrieben haben, belassen wir es in diesem Bereich nicht bei
kosmetischen Korrekturen, sondern wagen mit der Neuauflage des Partnerprogramms den
großen Wurf: Ab September fahren wir mit drei statt den bisherigen zwei Partnerstufen,
bieten unseren Partnern deutlich höhere Margen und haben für Premium-Partner zusätzlich
die Möglichkeit eines Kick-Backs vorgesehen.
Ergänzend dazu werden wir Partner auf allen Stufen künftig bei gemeinsamen Marketingmaßnahmen,
Incentives und Endkundenevents unterstützen. Kurz: Wir senken die Einstiegshürde,
helfen beim erfolgreichen Markteintritt und stellen die Weichen für eine langfristige,
erfolgreiche Zusammenarbeit.
Gerade Verschlüsselung gilt nach wie vor als komplexe Technologie. Wie schwer ist es denn für neue Partner, das entsprechende Know-how aufzubauen?
Ulbrich: Die Hürde ist bei weitem nicht so hoch wie gemeinhin angenommen. Wir hatten im vergangenen
Jahr eine Reihe großer Projekte, bei denen die Kunden unser Verschlüsselungs-Gateway
enQsig praktisch im Alleingang implementierten - und das, obwohl wir mit S/MIME-,
PGP- und DE-Mail-Unterstützung, AD-Integration und optionaler PDF-Verschlüsselung
alles andere als eine Schmalspurlösung bieten. Trotzdem ist das Geschäft komplex genug,
dass fitten Vertriebspartnern viel Raum für die Vermarktung eigener Dienstleistungen
bleibt.
Daher haben wir parallel zur Neuauflage des Partnerprogramms auch unser Schulungskonzept
überarbeitet. Ab September helfen wir Integratoren mit Videos-on-Demand, interaktiven
Onlinetests und individuellen Vor-Ort-Workshops beim Start in den Net at Work-Vertrieb
und beim Cross-Selling unserer Produkte. Darüber hinaus bieten wir unseren Partnern
- und auf Wunsch auch deren Kunden - abgestufte Support-Verträge sowie eine breite
Palette von Managed Services im Bereich E-Mail-Sicherheit.
Das Partnerprogramm von Net at Work im Überblick
Links im Artikel:
1 http://www.netatwork.de/2 https://www.channelpartner.de/a/snowden-ist-ein-moderner-held,2556077
3 https://www.channelpartner.de/a/leitfaden-zum-datenschutz-in-unternehmen,3041624
4 https://www.channelpartner.de/a/verschluesselung-ist-nicht-mehr-sicher,2614053
5 https://www.channelpartner.de/a/fireeye-150-millionen-android-app-downloads-von-heartbleed-betroffen,3060367
6 https://www.channelpartner.de/a/welche-passwoerter-sie-jetzt-aendern-sollten,2557584
7 https://www.channelpartner.de/k/security,3485
8 https://www.teletrust.de/
9 https://www.de-mail.t-online.de/login/pk?tid=mz3tvbPMZ0HWwwSsHi9RMe3m&
10 https://www.channelpartner.de/k/distribution,3491
Bildergalerien im Artikel:
gal1 Das kleine ABC der NSA-Affäre -Alle Rechte vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung oder Weiterverbreitung in jedem Medium in Teilen oder als Ganzes bedarf der schriftlichen Zustimmung der IDG Tech Media GmbH. dpa-Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt und dürfen weder reproduziert noch wiederverwendet oder für gewerbliche Zwecke verwendet werden. Für den Fall, dass auf dieser Webseite unzutreffende Informationen veröffentlicht oder in Programmen oder Datenbanken Fehler enthalten sein sollten, kommt eine Haftung nur bei grober Fahrlässigkeit des Verlages oder seiner Mitarbeiter in Betracht. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen. Für Inhalte externer Seiten, auf die von dieser Webseite aus gelinkt wird, übernimmt die IDG Tech Media GmbH keine Verantwortung.