Tipp
Geräte über Bluetooth verbinden
Datum:28.09.2016
Autor(en):Thorsten Eggeling
Viele Notebooks, PCs, Tablets und Smartphones sind neben WLAN mit einer zweiten Funktechnik
ausgestattet: Bluetooth. Wir erklären, wie Sie über Bluetooth direkt auf Netzwerkfreigaben
zugreifen können.Geräte über Bluetooth verbinden - so geht´s
Foto: Bluetooth
Bluetooth ist mit einer theoretischen Übertragungsrate von bis zu 3 MBit/s (Bluetooth 3.0 +HS) im Vergleich zu WLAN relativ langsam und eignet sich nur für kurze Distanzen von etwa 10 Metern. Bluetooth-Adapter zeigen sich jedoch bei der Leistungsaufnahme relativ genügsam, was bei mobilen Geräten hilft, die Akkulaufzeit zu verlängern.
Ein weiterer Vorteil: Der direkte Austausch von einzelnen Dateien zwischen zwei Geräten ist schnell eingerichtet. Etwas komplizierter wird es jedoch, wenn Sie direkt auf Netzwerkfreigaben zugreifen möchten.
Diese Programme brauchen Sie: Broadcom Bluetooth for Windows Software1, für Windows XP, Vista, 7, 8, 10 gratis
Der Tipp beschreibt exemplarisch die Verbindung von zwei Windows-PCs und eines Windows-PCs
mit einem Smartphone (Android 4.1.x.). Die prinzipielle Vorgehensweise ist aber bei
allen Bluetooth-Geräten ähnlich.
Treiber und Software installieren: Wenn noch nicht geschehen, richten Sie zuerst Treiber und Software (Bluetooth-Stack)
ein, die Sie vom Hersteller der Hauptplatine oder des Bluetooth-USB-Adapters erhalten.
In sehr vielen Geräten stecken Chips von Broadcom. Der Hersteller bietet ein Installationspaket
für Windows XP, Vista, 7 und 8 unter diesem Downloadlink2 an. Das Setup-Programm prüft zuerst, ob ein Broadcom-Chip vorhanden ist, lädt dann
die passende Software herunter und installiert sie.
Für diesen Tipp gehen wir davon aus, dass die Broadcom-Software installiert ist, denn
der Windows-Standard-Treiber stellt Ihnen nur einen sehr begrenzten Funktionsumfang
zur Verfügung. Bei anderen Herstellertreibern ist die Benutzung ähnlich, die Beschriftung
der Menüpunkte kann jedoch abweichen.
Geräte miteinander bekanntmachen: Bevor Geräte per Bluetooth miteinander kommunizieren können, müssen sie sich gegenseitig
authentifizieren. Dieser Vorgang wird als „koppeln? oder „pairing" bezeichnet und
muss für jedes Gerät nur einmal durchgeführt werden.
Schritt 1: Klicken Sie bei einem der PCs, den wir hier „PC-A" nennen, das Bluetooth-Symbol im
Infobereich neben der Uhr an und wählen Sie im Menü „Einstellungen öffnen". Setzen
Sie ein Häkchen vor „Bluetooth-Geräte können diesen Computer ermitteln".
Schritt 2: Bei dem anderen PC („PC-B") gehen Sie im Menü des Bluetooth-Symbols auf „Gerät hinzufügen"
(Windows 8: „Bluetooth-Gerät hinzufügen"). Windows sucht dann nach Bluetooth-Geräten
in der Umgebung und zeigt diese in einer Liste an. Klicken Sie auf „PC-A" und auf
„Weiter". Unter Windows 8 genügt es, den Namen in der Liste anzuklicken.
Schritt 3: Auf dem Bildschirm von „PC-A" erscheint eine Meldung, die Sie über den Verbindungsversuch
informiert. Klicken Sie diese an. Danach sehen Sie ein Fenster, in das Sie den Kopplungs-Code
eintippen und bestätigen müssen, den Sie auf dem Bildschirm von „PC-B" sehen.
Damit Bluetooth-Geräte den PC finden und die Kopplung einleiten können, muss unter
Windows ein Häkchen vor „Bluetooth-Geräte können diesen Computer ermitteln? gesetzt
sein.
Bei einem Android-Gerät ist der Ablauf ähnlich. Hier gehen Sie in den „Einstellungen"
auf „Bluetooth" und aktivieren Bluetooth über den Schalter. Nach kurzer Zeit taucht
unter „Verfügbare Geräte" der Eintrag „PC-A" auf, den Sie antippen. Anschließend geben
Sie den Code ein, den Sie auf dem Bildschirm von „PC-A" sehen.
Hinweis: Je nach Hardware, aber auch nach misslungenen Verbindungen, kann der Kopplungsvorgang
etwas anders ablaufen. Manchmal erscheint eine Auswahl mit unterschiedlichen Kopplungsmethoden,
und in einigen Fällen müssen Sie die Kopplung nur bestätigen, aber keinen Code eingeben.
Dateien zwischen Geräten austauschen: Sie können Dateien direkt vom Windows-Explorer aus übertragen. Dazu markieren Sie
eine oder mehrere Dateien und klicken mit der rechten Maustaste darauf. Im Kontextmenü
gehen Sie auf „Senden an -> Bluetooth". Es öffnet sich ein Assistent, über den Sie
das Zielgerät auswählen. Auf diesem müssen Sie dann die Übertragung genehmigen. Danach
beginnt der Datentransfer. Unter Windows landen die Dateien standardmäßig im Ordner
„Eigene Dokumente\Bluetooth-Exchange-Ordner" bei einem Android-4-Gerät unter „/storage/sdcard0/Bluetooth".
Weitere Übertragungsfunktionen: Je nach Gerät stehen Ihnen zusätzliche Optionen für den Datenaustausch zur Verfügung.
Um diese zu sehen, klicken Sie auf das Bluetooth-Symbol im Infobereich und dann unter
Windows 7 auf „Bluetooth-Netzwerkgeräte anzeigen". Klicken Sie das Icon des gewünschten
Geräts mit der rechten Maustaste an und wählen Sie im Menü „Steuerung". Unter Windows
8 ruft der Menüpunkt „Bluetooth-Netzwerkgeräte anzeigen" die App „PC-Einstellungen"
mit der Rubrik „Geräte" auf. Das führt aber nicht weiter, weil es hier kein Kontextmenü
gibt. Tippen Sie daher im Startbildschirm den Suchbegriff „Geräte" ein, klicken Sie
auf „Einstellungen" und dann auf „Geräte und Drucker". Klicken Sie hier das gewünschte
Gerät mit der rechten Maustaste an und gehen Sie im Kontextmenü auf „Steuerung".
Bluetooth eignet sich nicht nur für den Austausch von Dateien. Sie können über die
Bluetooth-Gerätesteuerung beispielsweise auch Audio-Dateien abspielen, die auf einem
anderen Gerät liegen.
Unter „Bluetooth-Gerätesteuerung" sehen Sie jetzt die Funktionen, die das verbundene
Bluetooth-Gerät bietet, beispielsweise „Musik und Audio". Klicken Sie dahinter auf
die Schaltfläche „Verbinden". Wenn Sie jetzt etwa auf Ihrem Android-Smartphone einen
Audio-Player starten und einen Musiktitel abspielen, ist die Musik auf dem Windows-PC
zu hören. Auf diesem erscheint ein kleines Player-Fenster, über das Sie die Wiedergabe
stoppen oder zum nächsten Titel springen können.
Netzwerkverbindung herstellen: Es ist möglich, über Bluetooth direkt auf freigegebene Ordner eines anderen Windows-PCs
zuzugreifen. Beim PC, auf dessen Freigaben Sie zugreifen möchten („PC-B"), gehen Sie
im Kontextmenü des Bluetooth-Symbols im Infobereich auf „Einem persönlichen Netzwerk
beitreten". Eine andere Netzwerkverbindung (LAN, WLAN) darf zu diesem Zeitpunkt nicht
bestehen.
Klicken Sie den gewünschten PC („PC-A") mit der rechten Maustaste an und wählen Sie
„Verbindung herstellen über > Direkte Verbindung". Wenn Sie jetzt beispielsweise über
das Kontextmenü des Netzwerk-Icons im Infobereich das „Netzwerk und Freigabecenter"
öffnen, sehen Sie, dass eine neue Netzwerkverbindung aufgebaut wird. Mit dieser können
Sie jedoch nichts anfangen, weil sie das Profil „Öffentliches Netzwerk" verwendet
- und damit ist der Zugriff auf Freigaben nicht möglich.
Mit einem Trick geht es aber doch: Erstellen Sie den neuen Ordner C:\Freigegeben.
Klicken Sie ihn mit der rechten Maustaste an, und wählen Sie im Menü „Freigeben für
> Bestimmte Personen". Klicken Sie auf „Freigabe". Es erscheint ein Fenster, in dem
Sie auf „Nein, das Netzwerk, zu dem die Verbindung besteht, zu einem privaten Netzwerk
machen" klicken. Danach können Sie von PC-A aus auf die Freigabe zugreifen.
Tipp: In Windows 7 Ultimate, Windows 8 Pro und Windows 10 Pro lässt sich das verwendete
Netzwerkprofil ändern. Rufen Sie über Win-R mit secpol.msc die „Lokale Sicherheitsrichtlinie"
auf. Gehen Sie auf „Sicherheitseinstellungen > Netzwerklisten-Manager-Richtlinien",
und klicken Sie doppelt auf „Nicht identifizierte Netzwerke". Aktivieren Sie die Option
„Privat", und klicken Sie auf „OK". (PC-Welt3)
[Hinweis auf Bildergalerie: Die besten Bluetooth-Kopfhörer] gal1
Links im Artikel:
1 http://www.pcwelt.de/e7782 http://www.pcwelt.de/e778
3 http://www.pcwelt.de/
Bildergalerien im Artikel:
gal1 Die besten Bluetooth-KopfhörerAlle Rechte vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung oder Weiterverbreitung in jedem Medium in Teilen oder als Ganzes bedarf der schriftlichen Zustimmung der IDG Tech Media GmbH. dpa-Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt und dürfen weder reproduziert noch wiederverwendet oder für gewerbliche Zwecke verwendet werden. Für den Fall, dass auf dieser Webseite unzutreffende Informationen veröffentlicht oder in Programmen oder Datenbanken Fehler enthalten sein sollten, kommt eine Haftung nur bei grober Fahrlässigkeit des Verlages oder seiner Mitarbeiter in Betracht. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen. Für Inhalte externer Seiten, auf die von dieser Webseite aus gelinkt wird, übernimmt die IDG Tech Media GmbH keine Verantwortung.