Nach dem Einstieg bei Notebooksbilliger.de
EP-Chef Ehmer zum Überraschungs-Deal
Datum:16.10.2012
Die Meldung über den Einstieg von Electronic Partner (EP) bei Notebooksbilliger.de
kam für die Branche weitgehend überraschend. Die beiden Unternehmen wollten durch
die Kooperation deutliche Einkaufsvorteile erzielen, hieß es dazu in einer Mitteilung.
Keine Informationen gab es jedoch bisher darüber, welche weitergehenden Ambitionen
EP mit dem Einstieg bei dem boomenden Onlinehändler verbindet. Im Gespräch mit ChannelPartner
sorgt Jörg Ehmer, Vorstandssprecher von EP, nun für Klarheit:
Die Meldung über den Einstieg von Electronic Partner (EP) bei Notebooksbilliger.de1 kam für die Branche weitgehend überraschend. Die beiden Unternehmen wollten durch die Kooperation deutliche Einkaufsvorteile erzielen, hieß es dazu in einer Mitteilung. Keine Informationen gab es jedoch bisher darüber, welche weitergehenden Ambitionen EP mit dem Einstieg bei dem boomenden Onlinehändler verbindet. Im Gespräch mit ChannelPartner sorgt Jörg Ehmer, Vorstandssprecher von EP, nun für Klarheit:
Herr Ehmer, Electronic Partner hat sich an Notebooksbilliger.de beteiligt. Können Sie weitere Details zu der Beteiligung nennen?
Ehmer: Wir haben eine Minderheitsbeteiligung an Notebooksbilliger.de erworben. Zur Höhe machen wir keine Angaben.
EP ist aktuell nicht im Onlinehandel aktiv und stellte 2010 unter anderem auf Druck der Partner seinen „Netshop“ ein. Welche Reaktion der Partner erwarten Sie auf die Beteiligung bei Notebooksbilliger.de?
Ehmer: Die bisherigen Reaktionen waren überwiegend positiv, da unsere Mitglieder die Chancen sehen, die sich aus der Zusammenarbeit ergeben. Sie wissen wie alle Marktteilnehmer, dass sich der Onlinehandel als Absatzform etabliert hat. Mit Electronic Partner und Notebooksbilliger.de kooperieren zwei starke Partner, die in ihrem Aktivitätsbereich eine gewichte Marktposition erarbeitet haben. Die Bündelung dieser Positionen führt zu einer Stärkung beider Partner und damit auch zur unmittelbaren Stärkung des Fachhandels.
Mit dem Einstieg von Media-Saturn bei Redcoon und Flip4New2 sowie der Schweizer Migros beim Onlinehändler Digitec gibt es in letzter Zeit einige Beispiele für Handelskonzerne, die durch Beteiligungen vom boomenden Onlinegeschäft mitprofitieren wollen. Hat sich Electronic Partner an diesen Vorbildern orientiert?
Ehmer: Wir beobachten den Markt und das Verhalten unserer Wettbewerber zwar genau, aber wir treffen unsere strategischen Entscheidungen eigenständig und zu dem Zeitpunkt, den wir für richtig halten.
Online-Abwartehaltung von EP bleibt unverändert
Wird auch der Endkunde etwas von der Kooperation zwischen EP und Notebooksbilliger.de merken? Sind beispielsweise gemeinsame Verkaufsaktionen geplant?
Ehmer: Es ist derzeit nicht geplant, gemeinsam in Richtung Endkunden zu agieren.
EP will mit einem erneuten Einstieg in den Onlinehandel bekanntlich solange abwarten, bis sich ein „tragfähiges Konzept für eine Verbindung von stationärem Geschäft und Online“ abzeichnet, wie Sie beim EP-Branchentreff im Frühjahr erklärten3. Hat sich an diesem Sachverhalt mit dem Einstieg bei Notebooksbilliger.de nun etwas verändert?
Ehmer: Multichannel-Handel und Pure Play sind zwei unterschiedliche Vorgehensweisen, die getrennt zu bewerten sind. Unverändert sehen wir aktuell nur wenige wirtschaftlich erfolgreiche Modelle des Online-Handels in unserer Branche und diese sind derzeit durchgehend Pure Play Ansätze. Es bleibt dabei, dass wir mit unseren Mitgliedern im Gespräch sind, ob, wenn und wie wir unter der Marke EP: beziehungsweise der Marke Medimax in den Online-Handel einsteigen.
An der Online-Strategie von EP ändert sich durch die Beteiligung an Notebooksbilliger.de somit erst einmal nichts. Können Sie sagen, inwiefern die Kooperation bei Notebooksbilliger.de zu Änderungen führt? Sind beispielsweise gemeinsame Maßnahmen im Logistik-Bereich oder im Unternehmenskunden-Geschäft geplant?
Ehmer: Zu den Details der Kooperation machen wir keine Angaben.
Redcoon-Chef Reiner Heckel prangert seit einiger Zeit Vertriebsselektionen durch die Hersteller an4 und stellt auch den Verkauf einer Unternehmensmehrheit an Media-Saturn in diesen
Kontext. Waren für Notebooksbilliger.de ebenfalls Einkaufsbeschränkungen ein Motiv
für die Beteiligung von EP?
Ehmer: Viele Hersteller haben selektive Vertriebskonzepte eingeführt, insbesondere um wertige
und beratungsbedürftige Produkte angemessen zu vertreiben. Wir begrüßen und unterstützen
diesen Ansatz und setzen uns intensiv dafür ein, dass dieses besonders für den Fachhandel
geeignete Sortiment weiter entwickelt und angemessen qualifiziert vermarktet wird.
In die gleiche Richtung weist unsere große Auswahl an Exklusivgeräten, die auch weiterhin
den Partnern vorbehalten bleibt, die diese Produkte vorführen und im Rahmen eines
Beratungsgespräches angemessen präsentieren
Außerhalb dieser selektiven Vertriebsansätze gibt es bereits aus rechtlichen Gründen
keine Vermarktungsbeschränkung und die Hersteller kooperieren direkt und indirekt
mit einer Vielzahl von Händlern – stationär ebenso wie Online. Zu den Online-Partnern,
die erfolgreich direkt mit der Industrie zusammenarbeiten zählt ausdrücklich Notebooksbilliger.de.
Wenn einzelne Marktteilnehmer mit ihrer individuellen Liefersituation unzufrieden
sind, dann sind die Ursachen nicht in der generellen Struktur des Marktes zu suchen.
(mh)
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3 https://www.channelpartner.de/handel/ecommerce/2579772/index2.html
4 https://www.channelpartner.de/handel/ecommerce/2593169/index.html
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