Symantec-Studie Oktober 2011
Die neuen Werkzeuge der Spammer
Datum:28.10.2011
Autor(en):Ronald Wiltscheck
Spammer betreiben eigenen Dienste zur Herstellung der passenden Short-URLs. Das ist
das wichtigste Ergebniss des all monatlichen "Intelligence Reports" von Symantec.
Spammer betreiben eigenen Dienste zur Herstellung der passenden Short-URLs, Osteuropäer sind im Visier bösartiger Dialer-Apps, die kostenpflichtige SMS-Diensten aufrufen. Das sind nur zwei Ergebnisse des all monatlichen "Intelligence Reports" von Symantec1.
Im Oktober 2011 haben Spammer2 erstmals einen eigenen Short-URL-Dienst online gestellt. Diese Website ist öffentlich frei zugänglich und generiert echte Short-Links3. Diese Links sind bisher ausschließlich in Spam-Mails aufgetaucht.
2010 enthielten 92 Prozent4 aller Spam-Nachrichten Adressen von Webseiten. Der Einsatz von kurzen Links erschwert es klassischen Anti-Spam-Programmen, diese Nachrichten als Spam zu erkennen und zu blockieren. Seriöse URL-Abkürzungsdienste reagieren deutlich schneller auf einen Missbrauch. Spammer bauen darauf, dass viele Anwender diesen gekürzten Links5 vertrauen, da sie ihnen auf Social-Media-Plattformen ständig begegnen. Damit haben sie ein falsches Gefühl der Sicherheit6 entwickelt - und das nutzen die Spammer gezielt aus.
Wie Symantecs "Intelligence Report7" bereits im Mai 2011 berichtete, hatten Cyber-Kriminelle schon damals eigene URL-Abkürzungsdienste aufgesetzt, um ihre Spam-Sites besser zu tarnen. Der Unterschied zu den aktuellen Entwicklungen8: Nun sind die Websites tatsächlich öffentlich. Jeder Anwender darf dort ohne vorherige Anmeldung einen eigenen Kurz-Link erzeugen. Dem aktuellen Monatsbericht zufolge hat eine Bande von Spammern bereits mindestens 80 derartiger Abkürzungsdienste aufgesetzt. Sie alle haben einen ähnlichen Namen mit der Top-Level-Domain .info.
"Die Spammer betreiben ihre URL-Dienste mit Open-Source-Skripts", erläutert Thomas Hemker, Sicherheitsstratege bei Symantec: "Es ist durchaus möglich9, dass sie diesen Schritt zu öffentlichen Diensten gegangen sind, weil seriöse10 URL-Dienste ihre Maßnahmen gegen Missbrauch verbessert haben." Warum die Seiten allerdings öffentlich gemacht wurden, ist fraglich. "Vielleicht liegt es an der Bequemlichkeit der Spammer, vielleicht aber auch an ihrem Wunsch, die eigenen URL-Shortlink-Dienste legaler wirken zu lassen", so Hemker.
[Hinweis auf Bildergalerie: Symantec Intelligence Report Oktober 2011] gal1
Spam-Anteil verringert sich
Im Oktober 2011 ging das Spam-Aufkommen weite zurück.
Foto: Symantec
Im Oktober 2011 ging der weltweite Anteil an Spam-Nachrichten im E-Mail-Verkehr gegenüber September 2011 um 0,6 Prozentpunkte auf 74,2 Prozent zurück. Damit sind aber nach wie vor fast drei Viertel aller weltweit versandten E-Mails Werbemüll.
Nicht nur das Spam-Aufkommen ging im Oktober 2011 zurück, auch die Phishing-Aktivitäten verringerten sich im Vergleich zum September 2011 um 0,07 Prozentpunkte. Hinter einer von 343 E-Mails verbarg sich ein Phishing-Angriff. Das bedeutet11, dass lediglich 0,29 Prozent aller E-Mails weltweit ein Betrugsversuch starten.
Der weltweite Anteil an E-Mails, die mit Malware12 verseucht waren, belief sich im Oktober 2011 auf gerade mal 0,42 Prozent. Gegenüber September bedeutet dies eine Abnahme um 0,11 Prozentpunkte. Damit versucht nur jede 235te E-Mail den Empfänger mit Schadsoftware zu "beglücken".
Über das Surfen im Internet verbreitete Malware-Gefahren nahmen im Oktober 201113 leicht ab. So hat Symantec Iro Tag durchschnittlich 3.325 Websites aufgespürt, über die Malware oder andere unerwünschte Programme wie Spyware und Adware14 ins Netz gestellt wurden. Das bedeutet eine Abnahme von 4,3 Prozent gegenüber September 2011.
Die am häufigsten von Symantec geblockte Malware im Oktober 2011 war "W32.Sality.AE". Dabei handelt es sich um einen Virus, der sich über infizierte .exe-Dateien verbreitet und anschließend Schadcode aus dem Internet lädt.
Malware im Ländervergleich
Sowohl in Deutschland15 als auch in der Schweiz und in Großbritannien entfielen 74,8 Prozent aller E-Mails auf Spam. Der höchste Anteil an Spam-E-Mails in Europa findet sich in Österreich mit 77,3 Prozent. Die Spam-Rate in den Niederlanden betrug 75,6 Prozent. Saudi-Arabien bleibt mit einer Werbe-Mail-Quote von 80,5 Prozent globaler Spitzenreiter.
Großbritannien16 führt das weltweite Phishing-Ranking souverän an. Im Oktober 2011 startete im Vereinigten Königreich jede 178-te E-Mail einen Phishing-Angriff. In Deutschland17 war dies nur bei jeder 897ten E-Mail der Fall und in Dänemark bei jeder 632ten. in den Niederlanden war jede 518-te E-Mail des "Phishings" verdächtigt18.
Großbritannien führt das weltweite Phishing-Ranking souverän an
Foto: Symantec
Mit einer Rate von 1 zu 146 E-Mails kletterte Großbritannien auf Platz eins der Rangliste der Länder mit dem höchsten Anteil an bösartigen E-Mails. In Deutschland19 betrug das Verhältnis 1 zu 331, in Dänemark 1 zu 457 und in den Niederlanden 1 zu 319. In der Schweiz ist fast jede 229te E-Mail mit Malware behaftet, in Österreich jede 376te. Südafrika weist eine gut/schlecht-Quoten20 unter den E-Mals von 326. (rw)
Links im Artikel:
1 http://www.symantec.de/2 https://www.channelpartner.de/tests/software-tests/security/2570841/index.html
3 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/2385252/index.html
4 https://www.channelpartner.de/channelcenter/cloud_computing/2384784/index.html
5 https://www.channelpartner.de/channelcenter/windows/284295/index.html
6 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/2384310/index.html
7 http://www.symantec.com/content/de/de/about/downloads/PressCenter/SYMCINT_2011_10_October_FINAL-en.pdf
8 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/2384944/index.html
9 https://www.channelpartner.de/tests/software-tests/security/2570841/index.html
10 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/2384096/index.html
11 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/2383827/index.html
12 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/2389134/index.html
13 https://www.channelpartner.de/dreifragen/298656/index.html
14 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/2383224/index.html
15 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/299927/index.html
16 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/2388815/index.html
17 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/2389061/index.html
18 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/2388827/index.html
19 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/2387945/index.html
20 https://www.channelpartner.de/channelcenter/security/2388952/index.html
Bildergalerien im Artikel:
gal1 Symantec Intelligence Report Oktober 2011Deutsche Spam-Quote; Quelle: Symantec Intelligence Report Oktober 2011
Foto: Symantec
Auf diese Website führt die von Spammern abgekürzte URL; Quelle: Symantec Intelligence
Report Oktober 2011
Foto: Symantec
Deutsche Viren-Quote; Quelle: Symantec Intelligence Report Oktober 2011
Foto: Symantec
URL-Abkürzungsdienst. wie ihn Spammer benutzen; Quelle: Symantec Intelligence Report
Oktober 2011
Foto: Symantec
Die via E-Mail verbreitete Malware geht zurück; Quelle: Symantec Intelligence Report
Oktober 2011
Foto: Symantec
Spam-Mail mit der "falsch" abgekürzten URL; Quelle: Symantec Intelligence Report Oktober
2011
Foto: Symantec
Phishing-Raten im weltweiten Vergleich; Quelle: Symantec Intelligence Report Oktober
2011
Foto: Symantec
Spam-Raten im weltweiten Vergleich; Quelle: Symantec Intelligence Report Oktober 2011
Foto: Symantec
Sitz der größten Phising-Mail-Versender; Quelle: Symantec Intelligence Report Oktober
2011
Foto: Symantec
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