Die beliebtesten Hersteller 2009

Wortmann siegt bei PCs & Servern vor HP und FSC

05.02.2009
Wenn 2.600 Partner Noten verteilen, können sie nicht irren. Wie im Vorjahr heißt der Sieger der Kategorie "PCs & Server" Wortmann.
Zur Erklärung: Der bei den Resellern beliebteste Hersteller in der Kategorie PCs & Server ist "Channel Champion 2009" (Wortmann). Die übrigen Hersteller, die ebenfalls eine bessere Note als die Durchschnittsnote aller Hersteller bekamen, bekommen die Auszeichnung "Preferred Vendor 2009" (HP, FSC, Bluechip, IBM, Maxdata).

Man erinnere sich: Als im vorigen Jahr der Hüllhorster PC- und Serveranbieter Wortmann von Fachhändlern auf den ersten Platz im Ranking "PCs & Server" bei der Umfrage "Channel Champions" gesetzt wurde, schüttelten viele den Kopf: Zu klein sei das Unternehmen, um neben Hewlett-Packard (HP), gleichfalls "Channel Champion" in dieser Kategorie, genannt zu werden. Doch dieser Einwand zielte am Thema vorbei. Die befragten Fachhändler gaben eindeutig zu verstehen, dass sie auf die Betreuung in diesem hart umkämpften Segment größten Wert legten - und da ragte Wortmann, neben HP, heraus.

Dass sich das nicht geändert hat, zeigt die diesjährige Wahl (siehe Grafik): Wieder liegt Wortmann vorne; diesmal hat der Hüllhorster Anbieter sogar HP knapp geschlagen. Ebenso die gerade an Fujitsu verkaufte Firma Fujitsu Siemens Computers (FSC) - und das dahinterliegende, erstmals genannte Unternehmen Bluechip mit Sitz in Meuselwitz sowie IBM.

Zieht man die Einzelergebnisse der Umfrage zu Rate, wird klar, warum diese Fachhandelseinschätzung Hand und Fuß hat. So urteilt der indirekte Kanal, Wortmann sei der Anbieter mit einem eindeutigen "Commitment zum Fachhandel" (siehe Grafik). Nun kann der insgesamt Viertplazierte Bluechip sogar um eine Zehntelnote besser abschneiden, doch auch dann ist eindeutig: Das Bekenntnis zum Fachhandel ist für Anbieter der Prüfstein für seine Beziehung zum Anbieter.

Um diese Kategorie zu strapazieren: Der Zweitplazierte HP wird vom Fachhandel als unsicherer Kantonist eingeschätzt und damit in dieser Kategorie weit nach hinten gesetzt -noch hinter IBM und Lenovo. Genauso mäßig schneidet FSC ab - als würden die Händler nach der längeren Auseinandersetzung um die Zukunft und trotz eines gegenteiligen Commitments der Partnertreue mit allem rechnen.

IBM wird von den Händlern auch als "Preferred Vendor" benannt, obwohl es bei dieser Umfrage ohne das Zugpferd PC kämpfte. Allein wegen seiner Server sich ausgezeichnet zu wissen in einem Markt, der bekanntlich Preiskämpfe (siehe etwa Blades) schätzt, sogar bei Projekten, verdient Anerkennung. Das große Softwareportfolio dürfte hier ein Zugpferd IBMs sein. Zu erwähnen ist, dass Maxdata, trotz seiner konsequent ruinösen Fahrt gegen die Wand, dem Handel viel wert war, solange er in Marl bestellen konnte.

Anders Dell: Der (offizielle und) vorsichtige Eintritt des Unternehmens in den indirekten Kanal erscheint dem Handel noch nicht geheuer. Nur: Gegenüber dem hippen Computeranbieter Apple schneidet Dell besser ab. Vielleicht wird man in der Münchener Apple-Zentrale darüber nachdenken müssen.

Acer und Lenovo, knapp am "Preferred Vendor" vorbeigeschrammt, haben der Abstimmung zufolge noch einiges zu tun, um den Commitment-Durchschnitt zu erreichen.

Wer den Fachhandel kennt, weiß: Die Qualität des Produkts entscheidet beim Kunden darüber, ob er sich auch ein zweites Mal und öfter für denselben Hersteller entschließt. Das Produkt ist sozusagen die Visitenkarte des Herstellers und des Händlers beim Kunden - weshalb die Befragten bei dieser Kategorie IBM zum (Server-)Sieger erklären, dahinter HP, Dell, FSC und Wortmann (siehe Grafik). Der Handel unterscheidet gerade hier deutlich zwischen ausfallkritischen und zu wartenden Servern und Desktops, deren einziges Unterscheidungsmerkmal oft das Gehäuse ist. Aber eine Handvoll sinnvoller Software-Tools zur Wartung von Firmen-Desktops kann weitere Unterscheidungsmerkmale bilden. Wie eben auch die Frage nach der Garantie. Dass in dieser Kategorie Maxdata, das für gewöhnlich ein halbes Jahr später als die Konkurrenten marktgerechte Produkte anbot, weit hinten rangiert, überrascht nicht.

Alle "Preferred Vendors" kommunizieren mit dem Handel, egal, ob sie ein 2-Tier-Modell oder ein gemischtes 1- und 2- oder sogar 3-Tier-Modell bevorzugen. Eine gute Kommunikation wird oft durch jene Antworten entschieden, die dem Handel bei konkreten Fragen beziehungsweise Dienstleistungen zu dem Produkt gegeben werden. Daran ändern Trainings und Zertifizierungen einiges, doch nicht, dass technischer Service und Support unumgänglich sind. Dass bei dieser Kategorie erfahrungsgemäß immer mehr verlangt als gegeben wird, ist klar: Man sieht es am Durchschnitt der Noten (2,0).

Aber auch hier schlagen die Kleinen die Großen. Es macht eben einen Unterschied, ob der Händler einen direkten Ansprechpartner hat oder eine Organisation mit vielleicht klaren, doch komplizierten Reaktionsmechanismen. Bluechip vor Wortmann vor Dell lautet hier die Reihenfolge. IBM und HP folgen. Bei Apple winkten die Händler ab: letzter Platz. (bw/wl)