Android-Handy

T-Mobile präsentiert erstes Google-Phone

24.09.2008
Das neue "HTC Dream"-Smartphone, das auch als "T-Mobile G1" bezeichnet wird, erhält laut Industriekreisen ein LCD-Panel von Sharp und eine Touch-Lösung von Synaptics.
Was bei T-Mobile das G1, wird in den USA und anderswo unter dem Namen "HTC Dream" auf den Markt kommen.

T-Mobile hat gemeinsam mit Google und HTC das erste Handy vorgestellt, das auf dem Open-Source-Betriebssystem Android basiert. Das Mobiltelefon wurde auf den Namen "T-Mobile G1" getauft und bietet wie zu erwarten war eine Reihe von Applikationen aus dem Google-Universum. Google Maps, Google Street View sowie Googles E-Mail-Programm sind ebenso vorinstalliert wie ein einfacher Zugriff auf das Videoportal von YouTube. Im Fokus des Mobiltelefons steht die mobile Internet-Nutzung, streichen die Unternehmen hervor. "Das Web ist bislang vorwiegend auf den Computer beschränkt gewesen. Mit dem G1 haben User nun auch unterwegs den uneingeschränkten Internetzugang", sagt Cole Brodman, CTO von T-Mobile bei der Präsentation in New York.

In den USA werden die ersten G1-Handys ab 2. Oktober verfügbar sein. T-Mobile schnürt passend dazu zwei Tarifpakete für 25 bzw. 35 Dollar monatlich, wobei Telefonieminuten und Datenpakete inkludiert sind. Unter europäischen Weihnachtsbäumen wird das Gerät vorerst nur in Großbritannien zu finden sein. Im Laufe des ersten Quartals 2009 sollen jedoch weitere Länder, darunter auch Deutschland und Österreich folgen. Den Preis für das Mobiltelefon gibt Brodman mit 179 Dollar an. Neben UMTS und GPS beherrscht das Telefon auch WLAN.

Optisch erinnert das G1 auf den ersten Blick an das iPhone. Das G1 verfügt hingegen sowohl über einen Touchscreen als auch über eine vollwertige Tastatur, die dem User die bequeme Eingabe von Text ermöglichen soll. Bei der Präsentation wurden neben dem Browser, der vom Google-Chrome-Team entwickelt wurde, auch ein Musikplayer, verschiedene Handyspiele oder Web-2.0-Anwendungen demonstriert. Im Vordergrund stand für die G1-Entwickler die Nutzerfreundlichkeit und Vernetzung. "Direkt im Telefonbuch ist beispielsweise der Online-Status von Freunden bei Google-Talk ersichtlich", nennt Brodman ein Beispiel. Neben der bereits vorinstallierten Software verfügt das Handy über eine Anbindung an den Android-Market, wo Entwickler eigene Software zum Kauf anbieten können. Eine direkte Verbindung stellt das G1 auch zu Amazons MP3-Musicstore her. Der Online-Händler hat dort sechs Mio. Songs im Repertoire, die direkt auf das Mobiltelefon heruntergeladen werden können.

"Mit dem G1 adressieren wir den gesamten Consumermarkt", so Brodman, wenngleich sich auch viele Funktionen und Applikationen ebenso an Geschäftskunden richten würden. Andy Rubin, Google-Verantwortlicher für mobile Plattformen streicht die Kompatibilität des Systems hervor. So können Office-Dokumente geöffnet und direkt auf dem Handy bearbeitet werden. Er ist zudem davon überzeugt, dass über den Android-Market in naher Zukunft selbst Exchange-Anwendungen verfügbar sein werden. Er sieht im G1 in jedem Fall mehr als ein Telefon, es sei ein Portal zu allen weltweit verfügbaren Informationen. "Mit dem G1 und Android als Betriebssystem setzen wir den ersten Schritt in Richtung des wirklich mobilen Internets", sagt Google-Gründer Larry Page in New York und prognostiziert, dass das Mobiltelefon künftig einer der wichtigsten Zugangspunkte zum Internet sein wird.

Als klare Zielgruppe für das G1 definiert Carolina Milanesi, Analystin bei Gartner, Personen, die Google-Applikationen und -Services gezielt nutzen. "Das Gerät ist konstruiert, um dieser Gruppe ein optimiertes Nutzererlebnis in Verbindung mit Google-Diensten zu geben. Ohne diese Angebote würde das G1 riskieren, lediglich ein weiteres Touchscreen-Handy unter vielen zu sein", meint Milanesi. Günstig wird sich Android in jedem Fall auf die Verbreitung von Linux am Handysektor auswirken. "2009 werden weitere Hersteller wie Samsung und LG Android-Handys auf den Markt bringen. Wir erwarten, dass Android der Standard-Handy-Betriebssystem auf Basis von Linux wird", so Milanesi. Bis 2011 prognostiziert die Analystin einen Marktanteil von zehn Prozent.

Für die Android-Software selbst wird bei Mobiltelefonen jedoch offenbar nicht Schluss sein. Wie John Bruggeman von Wind River Systems gegenüber dem Branchenportal Cnet berichtet, sei es durchaus möglich, dass das Betriebssystem in weiteren Geräten zum Einsatz kommt. Wind River Systems ist auf den Embedded-Bereich spezialisiert und passt Software an Endgeräte an. "Wir sehen bei der Entwicklung von Android, dass es auch auf andere Geräte ausgeweitet werden kann. Darunter beispielsweise Systeme in Autos oder Settop-Boxen", meint Bruggemann. Es sei zwar nicht klar, ob Google diese Ambitionen verfolgt, allerdings könnte dieser Schritt für den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit von Android förderlich sein. (pte)

Das neue "HTC Dream"-Smartphone"T-Mobile G1" erhält laut Industriekreisen ein LCD-Panel von Sharp und eine Touch-Lösung von Synaptics. In den USA soll es natürlich unter dem Namen "HTC Dream" auf den Markt kommen.

Panels von HTC- und Apple-Smartphones

HTC Diamond

HTC Dream

Apple iPhone 3G

Display

2,8 " VGA

3,1" HVGA

3,5" HVGA

Panel-Lieferant

Sharp, Hitachi, TPO

Sharp

Sharp, TMDisplays

Touch-Technologie

resistiv

kapazitiv

kapazitiv

Touch-Panel-Lieferant

Young Fast

Synaptics, TPK

Wintek, TPK

Die Verbindung von LCD- und Touch-Panel übernimmt das taiwanesische Unternehmen TPK, das denselben Job auch für das "iPhone 3G", nur mit dem Unterschied, dass das Apple-Smartphone mit einem Touch-Panel von Wintek ausgestattet ist.

Die Produktionskosten des HTC-Gerätes sollen leicht unter denen für das iPhone liegen.

Der wesentliche Unterschied zwischen einem resistiven und einem kapazitiven Touch-Panel ist der, dass letzteres sich nur mit dem Finger bedienen lässt. (kh)