Der CP-Querschläger

Sorgen im Fachhandel – oder was man dafür hält

19.03.2012 von CP Querschläger
Es gibt zig Nöte, die den Resellern nachts den Schlaf rauben, weiß unser "schreibender Fachhändler".

Zur Umfrage "Was ist derzeit Ihre größte berufliche Sorge?" (--> siehe Umfrageergebnis) ha sich auch unser "schreibender Fachhändler", der "CP-Querschläger", seine Gedanken gemacht:
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Es gibt zig Nöte, die den Fachhändlern nachts den Schlaf rauben.

Wenn Fachhändler alle ihre Sorgen aufzählen würden, wäre die ChannelPartner-Heftausgabe ein Katalog. Außer den in der Umfrage abgefragten potenziellen Problemfeldern wären da beispielsweise noch eine schwindende Kapitaldecke bei kleinen und mittleren Unternehmen, die hohen Lieferkosten bei Kleinbestellungen oder der generelle Absturz der Produktqualität.

Nicht zu vergessen sind auch die Verlagerung von immer mehr Risiken auf den Fachhandel, die ständig kürzer werdenden Produktzyklen, die gefühlt stetig wachsende Anzahl von Havarie- und Projekthändlern sowie zig andere Nöte, die uns nachts den Schlaf rauben.

Der Fachkräftemangel lässt mich allerdings ruhig schlafen, denn den gibt es nicht wirklich. Was es gibt, ist dagegen die Unfähigkeit mancher Personaler, Bewerber über 50 einzustellen. Und auch der Geiz, Fachkräfte angemessen zu bezahlen, macht sich breit. Lieber grast man die Universitäten und Fachhochschulen nach billigem, unschuldigem Frischfleisch ohne Erfahrung ab.

Wen wundert es dann, wenn die Klientel dem auswendig gelernten Geseiere dieser "Spitzenkräfte" keinen Glauben schenkt? Der Fachkräftemangel ist also eher ein Sachverstandsmangel der Abteilung "Human Resources" und folgt dem Aberglauben, dass nur junges Personal eine Firma frisch halte.

Und die unberechenbare Kundschaft? Dem lässt sich entgegnen, dass König Kunde in unserer Branche noch nie berechenbar war – eher berechnend. Die schlechte Auftragslage ist mit ein wenig Berufserfahrung nur eine relative Sorge. Je mehr Geld wieder beim Endverbraucher in der Lohntüte landet, umso besser geht es dem Einzelhandel.

Doch solange dies von der Wirtschaftspolitik ignoriert wird und Globalisierung die Religion ist, die das Handeln unserer Lenker bestimmt, ist diese Angst immer latent vorhanden. Wie es Ländern ohne Binnenkonjunktur geht, zeigen Griechenland, Portugal, Irland und Spanien. Wie es richtig geht: Skandinavien und Benelux.

Mein Fazit: Fachhändlersorgen sind Binnenmarktsorgen – und davon gibt es reichlich.

Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)