Das 7-S-Modell

Ein Werkzeug zum Steuern und Führen von Unternehmen

05.01.2023 von Georg Kraus
Das 7-S-Modell ist ein wichtiges Tool zum Ermitteln der Einflussfaktoren, die es beim Führen und Steuern von Unternehmen zu beachten gilt. Es liefert jedoch keine Antworten auf die zentralen Managementfragen unserer Zeit.
Mit dem 7-S-Modell lässt sich ein Unternehmen schon führen, für grundlegende Transformationsmaßnahmen eignet es sich jedoch nicht.
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Das 7-S-Modell wurde in den 1980er Jahren unter anderem von den McKinsey-Beratern Tom Peters und Robert H. Waterman jr. entwickelt, die auch den Management-Bestseller "In Search of Excellence" (deutsch: "Auf der Suche nach Spitzenleistungen") schrieben.

Damals waren aufgrund der fortschreitenden Globalisierung kulturübergreifende Managementvergleiche populär. Dementsprechend untersuchten Peters und Waterman mit Kollegen die Managementmethoden, Führungsstile und Organisationsformen US-amerikanischer und japanischer Konzerne, die ihres Erachtens für eine ausgewiesene Excellence standen. Aus ihren Erkenntnissen leiteten sie das 7-S-Modell ab. Dieses dient nach ihrer Überzeugung "Spitzen-Unternehmen" kulturgreifend sozusagen als Roadmap beim Ermitteln der strategischen Alternativen und Definieren der sich hieraus ergebenden Handlungsfelder und zu ergreifenden Maßnahmen.

Die sieben Dimensionen

Dem 7-S-Modell zufolge berücksichtigen Unternehmen, die nicht nur nach Exzellenz streben, sondern auch "exzellent" sind, bei der Unternehmensführung und -steuerung folgende sieben Dimensionen:

Das 7-S-Modell unterscheidet zwischen "weichen" und "harten" Faktoren. Die "weichen" Faktoren sind meist mit Menschen verbunden, die "harten" mit Strukturen.
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"Harte" und "weiche" Faktoren

Ein zentrales Merkmal des 7-S-Modells ist: Es unterscheidet zwischen

Es berücksichtigt also neben den "hard facts", die sich mit Kennzahlen leicht erfassen lassen, auch stärker als ältere Managementmodelle die sogenannten "soft facts", welche oft die "hard facts" bewirken. So kann zum Beispiel eine unmotivierte Belegschaft jedes gesunde Unternehmen ruinieren, eine hochmotivierte hingegen Spitzenleistungen erbringen.

Das 7-S-Modell steht stellvertretend für eine Zeitenwende im Managementdenken, das unter anderem für eine stärkere Wertschätzung der Mitarbeiter und ein stärkeres Einbeziehen von ihnen plädiert - getreu dem Credo, das Peters und Waterman in ihrem Buch "In Search of Excellence" formulieren: "Eine gute Struktur, die den 'menschlichen Faktor' unberücksichtigt lässt, gibt es nicht." Zudem spiegelt sich in ihm die Erkenntnis wider, dass in einer von rascher Veränderung und sinkender Planbarkeit geprägten Welt der Handlungs- und Change-Bedarf in Unternehmen nur noch bedingt von der Unternehmensspitze erfasst werden kann. Also sollte mehr Verantwortung auf die operative Ebene verlagert werden.

Das 7-S-Modell zeigt nicht den Change-Bedarf

Das 7-S-Modell auch heute noch ein nützliches Management-Tool. Bei seiner Nutzung gilt es jedoch zu bedenken: Seine Entwickler haben keine umfassende Management-Theorie entwickelt. Ihr Tool soll es vielmehr Unternehmensführern erleichtern, sich bei ihrer strategischen Arbeit einen Überblick über die wichtigen Einflussfaktoren zu verschaffen. Das 7-S-Modell bietet deshalb auch keine Unterstützung, wenn es darum geht, aus den Erkenntnissen konkrete Change- und Transformationsmaßnahmen abzuleiten.

Dies zu wissen, ist insbesondere in Zeiten wichtig, in denen wie aktuell zum Beispiel aufgrund

ein gesamtgesellschaftliches Umdenken erfolgt.

Denn dieses stellt viele Unternehmen vor der Herausforderung,

Auf alle damit verbundenen Fragen, die außer für die Strategieentwicklung auch zum Führen und Steuern von Organisationen und Bereichen wichtig sind, gibt das 5-S-Modell Managern keine Antwort. Es hilft ihnen aber, die Dimensionen zu erfassen und im Blick zu behalten, die es hierbei zu berücksichtigen gilt.

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