Keine Chip-Produktion mehr

AMD trennt sich endgültig vom Werk in Dresden

06.03.2012
Der US-Chip-Hersteller AMD trennt sich endgültig von seinen Werken, darunter der wichtigen Produktionsstätte in Dresden. AMD gibt nun auch seinen verbliebenen 8,6-Prozent-Anteil an der vor Jahren abgespaltenen Fertigungstochter Globalfoundries ab. Alleiniger Eigentümer wird damit die staatseigene Advanced Technology Investment Company (ATIC) aus Abu Dhabi.

Der US-Chip-Hersteller AMD trennt sich endgültig von seinen Werken, darunter der wichtigen Produktionsstätte in Dresden. AMD gibt nun auch seinen verbliebenen 8,6-Prozent-Anteil an der vor Jahren abgespaltenen Fertigungstochter Globalfoundries ab. Alleiniger Eigentümer wird damit die staatseigene Advanced Technology Investment Company (ATIC) aus Abu Dhabi.

"Damit wird die langfristige Vision von Globalfoundries, ein unabhängiger Auftragsfertiger zu werden, Realität", teilte das Unternehmen am Montag in Dresden mit. AMD seinerseits kündigte an, weiterhin einen großen Teil seiner Chips bei seiner ehemaligen Tochter produzieren lassen zu wollen. Neben Dresden gibt es Fabriken im US-Bundesstaat New York und Singapur.

AMD hatte seine Werke 2009 in die neu geschaffene Globalfoundries ausgelagert. Grund waren Geldsorgen. AMD konnte nicht gleichzeitig die teure Forschung an neuen Computerprozessoren sowie den Ausbau der Fertigung stemmen. Das Emirat Abu Dhabi sprang ein und investierte Milliarden in die Werke. Über die Jahre zog sich AMD immer weiter aus Globalfoundries zurück, gleichzeitig konnte der Auftragsfertiger mehr fremde Kunden gewinnen.

Der Komplettrückzug kostet AMD 703 Millionen Dollar (533 Mio Euro). Hauptgrund ist die Auflösung bestehender Verträge. Von AMD stammen etwa ein Fünftel aller Computerprozessoren, die das Herzstück eines jeden Rechners sind. Auch der Grafikspezialist ATI gehört zum Konzern. Angesichts der Dominanz des wesentlich größeren Rivalen Intel schreibt AMD jedoch immer wieder Verluste.
(dpa/bw)