Windows-Know-How

Acht Systemtools für Profis

29.09.2016 von Thorsten Eggeling
Viele nützliche Tools für System und Dateimanagement schlummern bei Windows im Verborgenen. Wo sie zu finden sind, wie Sie die Funktionen am besten nutzen und welche Alternativen es gibt, lesen Sie hier.
Die besten System- und Dateitools für Windows im Detail.
Die besten System- und Dateitools für Windows im Detail.
Foto: Tooykrub - shutterstock.com

Bei einem frisch installierten Windows 10 befinden sich mehr als 2300 ausführbare Dateien alleine in den Verzeichnissen unterhalb von „C:\Windows“. Die Anzahl reduziert sich jedoch, wenn man genauer hinsieht. Etliche EXE-Dateien gibt es in mehreren Versionen sowie für 32 und 64 Bit, und hinter vielen Programmen verbergen sich Dienstanwendungen, die der Benutzer nicht direkt starten kann. Es bleiben aber immer noch viele Tools übrig, bei denen sich eine nähere Betrachtung lohnt.

Oft handelt es sich um Programme für die Kommandozeile, die ihren Nutzen erst beim Aufruf mit den richtigen Parametern zeigen. Wir haben einige der interessantesten Tools aus dem Windows-Lieferumfang für Sie herausgesucht und zeigen, was sich damit anfangen lässt. Alle Tipps gelten für Windows 7, 8.1 und 10. Dazu zeigen wir Ihnen außerdem alternative Tools mit ähnlichen Funktionen, die sich aber meist besser bedienen lassen oder zusätzliche Optionen bieten.

Tipp: Eine Textdatei mit allen Befehlszeilen aus diesem Artikel können Sie bei Bedarf über auch direkt herunterladen.

1. Besitzer und Rechte im Dateisystem ändern

In der Regel erfolgt die Rechteverwaltung über den Windows-Explorer und den Kontextmenüpunkt „Eigenschaften“ eines Ordners oder einer Datei. Auf der Registerkarte „Sicherheit“ lassen sich Rechte im Dateisystem einsehen und über „Bearbeiten“ ändern.

Das Problem bei dieser Methode der Rechtevergabe ist, dass Sie die Rechte oft mehrmals festlegen müssen. Erst müssen Sie Besitzer eines Ordners sein und erst dann können Sie sich selbst auch Lese- und Schreibrechte geben. Das erfordert etliche Mausklicks. Nötig kann das beispielsweise werden, wenn Sie eine USB-Festplatte an mehreren PCs betreiben. Denn Windows verweigert den Zugriff auf Ordner, die Sie auf einem anderen PC erstellt haben, wenn es unterschiedliche Benutzer-IDs gibt.

Auf der Registerkarte "Sicherheit“ sehen und ändern Sie Benutzerrechte. Meist sind jedoch mehrere Mausklicks nötig, um das Gewünschte zu erreichen.
Auf der Registerkarte "Sicherheit“ sehen und ändern Sie Benutzerrechte. Meist sind jedoch mehrere Mausklicks nötig, um das Gewünschte zu erreichen.

Rechte auf der Kommandozeile setzen: Für schnelle und effektive Änderungen von Rechten im Dateisystem gibt es zwei Tools für die Kommandozeile. Mit Takeown übernehmen Sie den Besitz und Icacls dient zur Vergabe der nötigen Rechte. Starten Sie eine Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten, wie im Kasten unten beschrieben. Ein Aufruf der Tools für das komplette Laufwerk „G:“ sieht beispielsweise so aus (zwei Zeilen):

takeown /f G: /r /d y icacls G: /grant Administratoren:F /t /c /l /q

Die Zeilen bestätigen Sie jeweils mit der Eingabetaste. Die Optionen sorgen dafür, dass alle Dateien und Ordner auf Laufwerk G: berücksichtigt werden. Takeown ändert zuerst den Besitzer auf den aktuell angemeldeten Benutzer, Icalcs gibt dann der Gruppe „Administratoren“ Vollzugriff. Die Bedeutung der Optionen bei einem Tool für die Kommandozeile erfahren Sie, indem Sie ein /? an hängen, beispielsweise:

takeown /?

Alternative Tools: Set ACL kombiniert die Fähigkeiten von Takeown und Icacls. Eine Anleitung mit Beispielen finden Sie auf der Webseite des Herstellers. Als Tool mit grafischer Oberfläche eignet sich Set ACL Studio.

33 Windows Tools für den Alltag

2. Takeown und Icacls in den Explorer einbinden

Fast alle Tools für die Kommandozeile zeigen Hilfetexte an. Dazu rufen Sie ein Tool ohne Parameter auf oder hängen ein „/?“ an.

Wer die Tools für den in Punkt 1 genannten Zweck häufiger einsetzen möchte, kann die Befehlsfolge in das Kontextmenü der Windows-Explorers einbauen. Dazu verwenden Sie das Tool PC-WELT-MyRights. Nach dem Start klicken Sie auf „Installieren“. Im rechten Teil des Fensters sehen Sie alle Werte, die das Tool in die Registry einträgt. Wenn Sie die Einträge wieder loswerden wollen, starten Sie PC-WELT-MyRights erneut und klicken auf „De-Installieren“.

Die Definitionen für die Registry-Schlüssel zeigen noch eine Besonderheit. Hier steht jeweils der Wert „Extended“. Dieser bewirkt, dass der zugehörige Kontextmenüeintrag nur nach einem Rechtsklick bei gedrückter Shift-Taste sichtbar wird. Dadurch wird das Kontextmenü nicht durch viele Einträge überladen, die Sie eher selten verwenden. Drücken Sie daher die Shift-Taste, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Ordner, und wählen Sie im Menü „Besitz übernehmen“. Takeown ändert dann den Besitzer des Ordners und aller enthaltenen Elemente auf den aktuell angemeldeten Benutzer; Administratoren wird über Icacls Vollzugriff gewährt.

3. Besitzer und Rechte in der Registry ändern

Das Tool PC-WELT-MyRights baut „Besitz übernehmen“ in das Kontextmenü von Ordnern und Dateien ein. Darüber rufen Sie Takeown und Icalcs bequem auf.

Für die Windows-Registrierungsdatenbank gibt es eine Rechteverwaltung ähnlich wie im Dateisystem. Standardmäßig starten Sie den Registrierungseditor über die Tastenkombination Win-R und die Eingabe von regedit. Über den Kontextmenüpunkt „Berechtigungen“ eines Schlüssels lassen sich die Rechte einsehen und ändern. Das ist jedoch ähnlich klickintensiv wie im Dateisystem. Vor allem, wenn Sie die Berechtigungen für mehrere Schlüssel oder auf mehreren PCs ändern müssen.

Dafür ein Beispiel: Sie wollen unter Windows 10 den „Schnellzugriff“ aus dem Windows-Explorer entfernen und wie unter Windows 8.1 stattdessen „Dieser PC“ sehen. Zuerst gehen Sie im Menüband auf „Ansicht“ und klicken auf „Optionen“. Auf der Registerkarte „Allgemein“ wählen Sie hinter „Datei-Explorer öffnen für:“ den Wert „Dieser PC“ ein. Jetzt könnten Sie einen Wert in der Registry ändern, damit der „Schnellzugriff“ nicht mehr erscheint. Das ist jedoch nicht ohne Weiteres möglich, weil Ihnen die Rechte dazu fehlen.

Das Kommandozeilentool Regini.exe aus dem Windows-Lieferumfang wäre im Prinzip in der Lage, die Rechte zu ändern. Das scheitert jedoch daran, dass auch Administratoren bei einigen Schlüsseln nur Leserechte besitzen und daher auch die Rechte nicht anpassen können. In diesem Fall hilft das Tool Set ACL weiter. Entpacken Sie die gewünschte Programmdatei (32 oder 64 Bit) in einen beliebigen Ordner, beispielsweise nach „C:\Tools“. Öffnen Sie eine Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten, wechseln Sie mit dem Befehl cd C:\Tools in das Installationsverzeichnis und starten Sie folgende drei Befehlszeilen:

SetACL.exe -on „HKEY_CLASSES_ ROOT\CLSID\{679f85cb-0220-4080- b29b-5540cc05aab6}\ShellFolder“ -ot reg -actn setowner -ownr „n:Administratoren“echo \Registry\machine\software\ classes\CLSID\{679f85cb-0220- 4080-b29b-5540cc05aab6}\Shell-Folder [1 6 9 17] > acl.txtregini acl.txt

Der erste Befehl ändert den Besitzer auf „Administratoren“, der zweite erstellt die Textdatei „acl.txt“, und in der dritten Zeile kommt Regini zum Einsatz, um Administratoren Vollzugriff auf den Schlüssel zu erlauben. Der Aufruf von Regini ohne weitere Parameter zeigt Ihnen die Bedeutung der Optionen.

Statt mit Regini können Sie mit Set ACL das Gleiche über folgende Zeile erreichen:

SetACL.exe -on „HKEY_CLASSES_ ROOT\CLSID\{679f85cb-0220-4080- b29b-5540cc05aab6}\ShellFolder“ -ot reg -actn ace -ace „n:Administratoren;p:full“

Danach ändern Sie über Regedit.exe den Wert „Hkey_Classes_Root\CLSID\{679f85cb-0220- 4080-b29b-5540cc05aab6}\ShellFolder\Attributes“ von „a0100000“ auf „a0600000“. Starten Sie Windows neu. „Schnellzugriff“ taucht jetzt im Windows-Explorer nicht mehr auf.

Alternatives Tool: Regownershipex bietet eine grafische Oberfläche, über die Sie Besitzer und Rechte in der Registry ändern. Fügen Sie den gewünschten Registry-Pfad in das Eingabefeld ein, und klicken Sie auf „Take Ownership“. Danach klicken Sie auf „Open in Registry Editor“. Sie können dann die Benutzerrechte kontrollieren und Werte ändern.

4. Synchronisieren und kopieren mit Robocopy

Auch als Administrator dürfen Sie nicht alle Registry-Schlüssel ändern. Auskunft über die geltenden Einstellungen erhalten Sie über den Kontextmenüpunkt „Berechtigungen“.

Das Kommandozeilentool Robocopy bietet umfangreiche Optionen, beispielsweise Filter, über die sich Dateien ein- oder ausschließen lassen. Außerdem können Sie mit Robocopy Verzeichnisse synchronisieren, also nur geänderte und neue Dateien kopieren. Das spart beim Kopieren Zeit und reduziert den Platzbedarf auf der Festplatte.

Aufgrund der vielen Optionen unterlaufen bei der Verwendung von Robocopy schnell Fehler. Deshalb empfehlen wir den Einsatz der grafischen Oberfläche Yarcgui. Nach dem Start legen Sie über das Icon ganz links in der Symbolleiste einen neuen „Auftrag“ an. Es erscheint ein Fenster, in dem Sie Quell- und Zielordner eintragen. Rechts daneben können Sie über die Schaltfläche mit dem Stift-Symbol Vorgaben für die Dateien festlegen, die das Tool kopieren soll, beispielsweise „*.doc“ oder „*.docx“. Wenn Sie nichts eintragen, findet keine Namenfilterung statt, und alle Dateien werden kopiert. Weiter unten legen Sie die gewünschten Optionen fest. Um Erklärungen einzublenden, bewegen Sie den Mauszeiger über eine Option und warten kurz. In den meisten Fällen angebracht ist beispielsweise „/E“, um auch Unterverzeichnisse zu kopieren. Mit „/MIR“ erstellen Sie eine exakte Spiegelung der Quellordner am Zielort. Dateien, die im Quellverzeichnis nicht vorhanden sind, löscht Robocopy auch im Zielverzeichnis, neue Dateien werden hinzugefügt und ältere überschrieben.

Über „Dateiauswahloptionen“ lassen sich die zu kopierenden Dateien anhand mehrerer Kriterien filtern, etwa nach Attributen. Unter „BlackList“ schließen Sie Dateien aus, die eine bestimmte Größe oder ein bestimmtes Alter haben. Über die Optionen „/XD“ und „/XF“ können Sie Ordner beziehungsweise Dateien ausschließen. Die Liste dafür legen Sie rechts daneben fest.

Per Klick auf die Schaltfläche mit dem grünen Haken speichern Sie die Einstellungen und fügen den Auftrag zur Liste im Hauptfenster hinzu. Zum Starten des Kopiervorgangs aktivieren Sie die Auswahlboxen vor den gewünschten Einträgen in der Auftragsliste und klicken auf das Zahnrad-Icon links unten.

Alternatives Tool: Robocopy eignet sich vor allem für die Sicherung persönlicher Dateien oder die Synchronisierung einer MP3-Sammlung mit der externen Festplatte. Wenn Sie das komplette System sichern wollen, greifen Sie zu einer Backup-Lösung wie Paragon Backup & Recovery. Um nur die Registry zu sichern, verwenden Sie das Tool Registry Backup.

Für einige Aufgaben kann auch das Tool Xcopy nützlich sein, das in allen Windows-Versionen enthalten ist.

Automatisieren: Batchdateien verwenden

"Batch“ bedeutete „Stapel“. Im Deutschen spricht man daher auch von „Stapelverarbeitung“. Dahinter verbergen sich einfache Textdateien, die einen oder in der Regel mehrere Befehle für die Kommandozeile enthalten. Batchdateien tragen unter Windows traditionell die Dateinamenserweiterung „.bat“, können aber auch auf „.cmd“ enden. Sie werden vom Interpreter für die Kommandozeile Cmd.exe ausgeführt.

Im einfachsten Fall verwenden Sie Batchdateien, um komplizierte Optionen für Kommandozeilentools zu speichern. Dazu öffnen Sie einen Editor wie Notepad, tippen Toolname oder Befehle sowie die gewünschten Parameter jeweils in einer eigenen Zeile ein. Beachten Sie, dass Toolname und nachfolgende Optionen zur Steuerung immer durch ein Leerzeichen abgetrennt sind. Pfadangaben beispielsweise, die Leerzeichen enthalten, müssen daher in Anführungszeichen stehen. Die einzelnen Bestandteile werden sonst als weitere Parameter interpretiert.

Speichern Sie die Datei unter dem gewünschten Namen mit der Endung „.bat“. Aber Vorsicht: Standardmäßig zeigt Windows keine Dateinamenserweiterungen an, und Notepad legt die Datei mit der Endung „.bat.txt“ ab. Sie müssen daher zuvor im Windows-Explorer etwa bei Windows 8.1 oder 10 auf „Ansicht“ gehen und ein Häkchen bei „Dateinamenserweiterungen“ setzen.

Zur Fehlerdiagnose sollten Sie in die letzte Zeile anfänglich den Befehl pause eingeben. Dann können Sie die Ausgaben auch auf dem Bildschirm sehen, wenn Sie die Batchdatei über den Windows-Explorer per Doppelklick starten.

In Batchdateien stehen Ihnen auch Variablen und einfache Befehle zur Verfügung, etwa für Vergleichsoperationen oder Programmschleifen. Damit lassen sich auch komplexere Aufgaben bewältigen.

Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, findet im Internet zahlreiche Anleitungen und praktische Tipps, beispielsweise hier.

5. WIM-Dateien und das System mit Dism verwalten

Mithilfe des Tools Regownershipex können Sie schnell den Besitz von Registry- Schlüsseln übernehmen und Vollzugriff erhalten.

Das Tool Dism bietet Funktionen für die Verwaltung von Abbilddateien im WIM-Format (Windows Imaging Format). Sie finden diese beispielsweise auf dem Windows-Installationsmedium.

Dism bietet für technisch Interessierte viele Funktionen; wir wollen hier jedoch nur eine davon vorstellen: Die Integration von Updates in das Windows-10-Installationsmedium. Bei Windows 7 und 8.1 funktioniert es ähnlich. Sie können dann bei der Neuinstallation gleich mit einem aktuellen Windows starten und müssen nicht erst zahllose Updates installieren.

Wie Sie an die Update-Dateien herankommen, erfahren Sie im Einzelnen unter in diesem Ratgeber. Dazu erforderliche Tools sind WHdownloader und Wsus Offline Update.

Die Dism-Version muss genau zum Installationsmedium passen oder neuer sein. Wenn Sie die Dateien von Windows 10 bearbeiten möchten, benötigen Sie Dism von Windows 10. Das können Sie aber auch unter Windows 7 oder 8.1 über das ADK (Windows Assessment and Deployment Kit) installieren. Im ADK ist außerdem das Tool Oscdimg enthalten, das Sie in jedem Fall benötigen, um das Installationsmedium wieder zusammenzusetzen.


Schritt 1: Kopieren Sie den Inhalt des Windows- 10-Installationsmediums auf die Festplatte, beispielsweise nach „C:\Win10“. Wenn Sie eine ISO-Datei von Microsoft heruntergeladen haben, entpacken Sie diese mit einem Tool wie 7-Zip. Sollte im Verzeichnis „C:\Win10\Sources“ die Datei Install.esd und nicht Install.wim liegen, müssen Sie die ESD-Datei zuerst konvertieren (Punkt 6).

Yarcgui ermöglicht die komfortable Nutzung von Robocopy über eine grafische Oberfläche. Für die Datensicherung lassen sich mehrere Quellen und Ziele festlegen.

Schritt 2: Erstellen Sie eine Batchdatei mit folgendem Inhalt (6 Zeilen):

SET DISM=“C:\Program Files (x86)\ Windows Kits\10\Assessment and Deployment Kit\Deployment Tools\ amd64\DISM\dism.exe“mkdir C:\TempMount%DISM% /Mount-Wim /WimFile:“C:\ Win10\Sources\Install.wim“ /index: 1 /Mountdir:“C:\TempMount“%DISM% /image:“C:\TempMount“ / Add-Package /Packagepath:“C:\ Windows-Updates\AMD64-allwindows10.0- kb3172985.msu“%DISM% /Unmount-Wim / Mountdir:“C:\TempMount“ /commit%DISM% /Cleanup-Wim

Die erste Zeile legt den Pfad zu Dism fest. Wenn Sie unter Windows 10 arbeiten, können Sie auch einfach das installierte Tool mit „SET DISM=dism.exe“ verwenden. Danach erstellt mkdir das Verzeichnis „C:\TempMount“, in das Dism die WIM-Datei in der nächsten Zeile einhängt. Die Angabe „/index=1“ steht bei aktuellen ISO-Dateien von Windows 10 für die Pro-Edition. Für die Home-Edition verwenden Sie „/index=2“ . In der vierten Zeile wird das Update integriert. Passen Sie den Pfad zur gewünschten Update-Datei an. Wenn es mehrere davon gibt, bauen Sie für jede eine weitere Zeile ein. Anschließend hängt Dism die WIM-Datei wieder aus und wendet die Änderungen an.

Starten Sie die Batchdatei in einer Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten.

Schritt 3: Das Installationsabbild ist jetzt aktualisiert. Wenn Sie bereits einen USB-Stick für die Installation erstellt haben, müssen Sie hier nur die Datei Install.wim durch die neue Version aus „C:\Win10\Sources“ ersetzen. Wer eine ISO-Datei benötigt, verwendet folgende zwei Befehlszeilen in einer Batchdatei:

SET OSCD=“C:\Program Files (x86)\Windows Kits\10\Assessment and Deployment Kit\Deployment Tools\amd64\Oscdimg\oscdimg.exe“ %OSCD% -m -o -u2 -udfver102 -bootdata:2#p0,e,bC:\Win10\boot\etfsboot.com#pEF,e,bC:\Win10\efi\microsoft\boot\efisys.bin C:\Win10 C:\Win10.iso

Sie benötigen dafür das Tool Oscdimg aus dem Windows-ADK.

Alternative Tools: NTlite integriert Updates ebenfalls in das Installationsmedium und kann ISO-Dateien erstellen. Eine ausführliche Beschreibung lesen Sie in diesem Ratgeber. Mit Rufus erstellen Sie aus einer ISO-Datei einen bootfähigen Installationsstick. Die einwandfreie Funktion des aktualisierten Installationsmediums testen Sie in einer virtuellen Umgebung mit Virtualbox.

6. ESD-Datei mit Dism in WIM-Datei konvertieren

Das Windows 10 Assessment and Deployment Kit (ADK) enthält eine aktuellere Version von Dism. Diese ist für neuere Windows-Versionen erforderlich.

In der Download-Version von Windows 8.1 und 10 liefert Microsoft das Installationsabbild als Install.esd aus. In die ESD-Datei lassen sich jedoch keine Updates integrieren oder andere Anpassungen vornehmen. Mit Dism lässt sich die ESD- jedoch in einen WIM-Datei konvertieren. Dazu verwenden Sie folgende Befehlszeile in einer Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten:

dism /Export-Image / SourceImageFile:C:\Win10\Sour ces\Install.esd /SourceIndex:1 / DestinationImageFile:C:\Win10\ Sources\Install.wim / Compress:Maximum

Die Dism-Version muss zur Imagedatei passen oder in einer höheren Version vorliegen. Im Zweifelsfall verwenden Sie Dism aus dem Windows-10-ADK.

7. Netzwerkkonfiguration komfortabel umschalten

Die Netzwerkeinstellungen nehmen Sie unter Windows für gewöhnlich über das „Netzwerkund Freigabecenter“ in der Systemsteuerung vor. Das ist aber nicht der einzige Weg: Das Tool Netsh.exe bietet kompletten Zugriff auf alle Netzwerkeinstellungen. Das ist etwa dann nützlich, wenn Sie mit Ihrem Notebook zu Hause und im Büro arbeiten und an einem der beiden Orte spezielle Einstellungen benötigen, etwa eine statische IP-Adresse. Für die beschriebenen Funktionen müssen Sie Netsh auf der Kommandozeile als Administrator starten. Erstellen Sie ein Script für die Netzwerkkonfiguration. Tragen Sie in eine Textdatei beispielsweise folgenden Inhalt ein (vier Zeilen):

pushd interface ipv4set address „Ethernet“ static 192.168.1.143 255.255.255.0 192.168.1.1set dnsservers „Ethernet“ static 8.8.8.8popd

IP-Adressen lassen sich über die Eigenschaften des IPv4-Protokolls festlegen. Für weniger Mausklicks verwenden Sie das Tool Netsh und ein Script.

Speichern Sie die Datei beispielsweise unter „%appdata%\Netzwerk.txt“. „Ethernet“ bezieht sich auf die Bezeichnung des Netzwerkadapters ters, wie er im „Netzwerk- und Freigabecenter“ nach einem Klick auf „Adaptereinstellungen ändern“ zu sehen ist. Passen Sie die Zeichenfolge entsprechend der Konfiguration Ihres PCs an. Die IP-Adressen in der zweiten Zeile legen die IP-Nummer des PCs, die Netzwerkmaske und das Standard-Gateway fest. Die dritte Zeile konfiguriert einen DNS-Server mit der IP-Adresse „8.8.8.8“. Tragen Sie jeweils die Werte ein, die Sie für Ihr Netzwerk benötigen. Mit folgender Befehlszeile wenden Sie die Konfiguration an:

netsh -f %appdata%\Netzwerk.txt

Um den Netzwerkadapter automatisch über DHCP zu konfigurieren, erstellen Sie ein weiteres Script, etwa unter dem Namen „%appdata%\Netzwerk_2.txt“ mit diesem Inhalt (vier Zeilen):

pushd interface ipv4set address „Ethernet“ source=dhcpset dnsservers „Ethernet“ source=dhcppopd

Für die schnelle Umschaltung der Netzwerkkonfiguration erstellen Sie am besten zwei Batchdateien oder Verknüpfungen auf dem Desktop, die jeweils den passenden „netsh -f“-Aufruf enthalten.

8. Windows als WLANAccess-Point einrichten

Mit HostedNetworkStarter verwandeln Sie Ihren PC in einen WLAN-Access-Point. Smartphones können dann die Internetverbindung mitbenutzen.

Die Netzwerkverbindung eines Windows-PCs lässt sich über WLAN auch anderen Geräten zur Verfügung stellen. Auch hier kommt das Tool Netsh zum Einsatz. Verwenden Sie in einer Eingabeaufforderung mit Admin-Rechten folgende zwei Zeilen:

netsh wlan set hostednetwork mode=allow ssid=Netzwerkname key=Passwort netsh wlan start hostednetwork

Netzwerkname und Passwort für Ihr Netzwerk können Sie frei wählen. Allerdings müssen Sie die zweite Zeile nach jedem Windows-Neustart erneut ausführen, weil sich Windows die Konfiguration nicht merkt.

Alternative Tools: Einfacher geht’s mit Virtual Router Manager. Nach dem Start des Tools geben Sie Netzwerkname und WLAN-Schlüssel ein. Wählen Sie hinter „Shared Connection“ den Netwerkadapter aus, über den Sie die Verbindung zum Internet hergestellt haben. Das kann die Ethernet- oder WLAN-Verbindung sein. Klicken Sie dann auf „Start Virtual Router“. Ein ähnliches Tool ist HostedNetworkStarter von Nirsoft (-> Punkt 9).

9. Noch mehr alternative Tools

WSCC ermöglicht Download, Update und Start zahlreicher Tools von Microsoft und Nirsoft. Die Tools sind in Kategorien eingeordnet und mit Hilfetexten versehen.

Für vieles, was Microsoft Ihnen standardmäßig in Windows zur Verfügung stellt, gibt es Alternativen, die sich teilweise besser bedienen lassen oder mehr Funktionen bieten. Eine zuverlässige Quelle für Systemtools ist die Microsoft Sysinternals-Suite. Hier finden Sie Tools wie Autoruns zur Verwaltung der Windows-Autostarteinträge und Prozess Explorer, der Ihnen umfassend Auskunft zu den Prozessen gibt, die auf Ihrem PC laufen. Eine andere Quelle sind die Tools von Nirsoft. Hier gibt es Tools, über die sich der Windows-Produktschlüssel auslesen lässt (Produkey) oder Explorer-Erweiterungen verwalten lassen (ShellExView).

Am einfachsten ist die Verwendung der Sysinternals- und Nirsoft-Tools über das Windows System Control Center (WSCC). Das portable Programm bietet nach dem ersten Start den Download aller aktuellen Tools an. Danach steuern Sie die gewünschte Kategorie über die Oberfläche des Programms an. Sie sehen eine kurze Beschreibung der Tools und teilweise die Schaltfläche „?“ rechts daneben. Darüber rufen Sie weiterführende Infos auf. Sie starten ein Tool über die zugehörige Schaltfläche. Wenn es sich um ein Kommandozeilen-Tool handelt, erscheint das Fenster „Console“. Hinter „Parameters“ können Sie hier Optionen für das Tool eintippen.

Mit administrativen Rechten arbeiten

Viele systemnahe Tools erfordern administrative Rechte. Wenn Sie Programme für die grafische Oberfläche starten, etwa für Systemeinstellungen oder ein Setup-Programm, fordert standardmäßig die Benutzerkontensteuerung die höheren Rechte an, die Sie mit „Ja“ bestätigen.

Grundsätzlich können Sie über den Kontextmenüpunkt „Als Administrator ausführen“ jedes Programm und auch Batchdateien mit höheren Rechten starten. Das ist nötig, wenn Sie etwa einen Editor als Administrator ausführen möchten, um Systemdateien zu ändern.

Alternativ starten Sie eine Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten. Das ist für einige Tipps in diesem Artikel nötig. Unter Windows 8.1 und 10 verwenden Sie dafür das Menü, das Sie über die Tastenkombination Win-X auf dem Bildschirm holen. Nutzer von Windows 7 suchen im Startmenü nach cmd und gehen dann im Kontextmenü auf „Als Administrator ausführen“. Alles, was Sie in einer Admin-Eingabeaufforderung starten, etwa den Editor über notepad oder eine Batchdatei, läuft mit den höheren Rechten. (PC-Welt)

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